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Die Technik.
die maschinelle Beladung und Entladung vermittelst Winden mitÜbersetzung, Krähnen nsw., die Pnmpmaschinen, die maschinelleBedienung der Segel auf Schiffen mit Patentrahen und anderesmehr, sowie — nicht zuletzt — der Übergang vom Segelschiffzum Dampfschiff, und bei diesem vvm Rad- zum Schrauben-dampfer. Die Dampfschiffahrt selbst hat dann wiederum eineunausgesetzte Förderung durch die Vervollkommnung des Maschinen-baues erfahren, die iusbesoudere ihr Augenmerk auf die Verminde-rung des Kohlenverbrauchs zu richten hat. In den Compvund-maschinen (seit 1860) wurde dieser von 1.5—1.6 KZ pro indiziertePferdekraft und Stunde auf 1—1.1 liA, durch die Triple-Expan-sionsmaschiue (seit 1882) auf 0.65—0.75 heruntergebracht.Diese Vervollkommnung der Schiffsmaschinerie hatte gleichzeitigeine erhebliche Beschleunigung der Fahrt im Gefolge (und damitabermals eine Verringerung des Kohlenbedarfs, auf die allesSinnen der Schiffsbautechniker gerichtet sein mußte). Die Schnell-dampfer neuester Konstruktion erzielen eine Geschwindigkeit von23—24 Seemeilen, das sind 40—45 1<iu in der Stunde, währendnoch in der Mitte des Jahrhunderts die Hälfte dieser Leistung alsetwas UuerhörteS augesehen wurde.
Mit der Erwähnung des letzten großen Ereignisses aber, dasdie Technik während des neunzehnten Jahrhunderte erlebt hat,schließe ich gleichsam den Kreis unserer kurzen Betrachtung: dennes führt uns zurück iu die Studierstube des deutschen Gelehrten,von der aus wir unsere Wauderuug auch begonnen hatten. Ichmeine natürlich die Erfindnngen der Professoren Gauß und Weber,die im Jahre 1833 zum ersten Male den elektrischen Funken denKupferdraht entlang schickten, um sich zwischen ihren beiden In-stituten in Göttingen , ohne einander zu sehen oder sich mit derStimme erreichen zu können, doch zn verständigen: das höchste Maßvon Emanzipation aus den Fesseln der organischen Welt, dessendie Menschen bis jetzt fähig geworden sind. Mit Telegraphieund der von dem deutschen Lehrer Reiß theoretisch, dem EngländerBell Praktisch erfundenen Telephon ie ist die Stimme des Menschenin ihrer Wirkung nicht nur unabhängig geworden von derLeistnngskraft des Rufenden, sondern auch von jedem Organismus,