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Der Verkehr.
sich an die Genesis der Eisenbahnen knüpfen: von den Leuten,die den Eisenbahnreisenden Gehirnkrankheiten infolge der raschenBewegung prophezeiten; von dein Postmeister Nagler, der voneiner Eisenbahn zwischen Berlin uud Potsdam nichts wissenwollte, weil er schon seinen Postwagen nicht regelmäßig voll be-käme; von der Behinderung des Betriebes durch die Kuh, die sichauf das Geleise verirren würde und dergleichen mehr; auch er-zählen sie alle iu bewunderndem Tone von den Bemühungen weit-blickender Männer wie Friedrich List und Friedrich Harkort nmden Bau der ersten Bahnen, und berichten mitleidig von demWiderstand, den Borniertheit nnd Interessiertheit dem entgegen-stellten. Ich darf also voraussetzen, daß jeder Leser alle dieseschönen Geschichten am Schnürchen hat und begnüge mich deshalbdamit, in der Anlage 22 die Ziffern zum Abdruck zu bringen,aus denen die Entwickelung des deutschen Eisenbahnnetzes währendunseres Jahrhunderts ersehen und mit deren Hilfe ein Vergleichmit andern Kulturländern gezogen werden kann.
Reizvoll wäre es, die Etappen in dieser Entwickelunggenauer zu verfolgen. Man käme dann wohl dazu, vier Epochenzu unterscheiden: die erste, die etwa das Jahrzehnt bis 1845 um-saßt, kaun als Borstufe, als die Zeit der Anfänge, der zufälligersten Linien bezeichnet werden: es sind meist nicht allzuweit voneinander entfernte, volkreiche Orte, die verbunden werden.
Die erste Eisenbahn wurde 1835 zwischen Nürnberg undFürth dem Verkehr übergeben. Die Linien, die dann zunächst inrascher Folge erbaut wurden, sind diese: