Innere Uinlüldnng deS Fnhrgewerbes.
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„So sehr nützlich das Institut der Spediteure (die nur das Fracht-geschäft für eiue längere Wegstrecke übernehmen) für den Fracht-fuhrmann sein kann, so drückend kann es für ihn werden, wenner der Willkür unbilliger Spediteure anheimfällt" (von Reden).Zunächst war es nur eine indirekte Abhängigkeit vom Kapital, indie der Kärrner geriet. Bald jedoch wird der Spediteur Organi-sator des Trausports, die Fuhrleute treten in seinen Dienst, bisschließlich Pferde und Wagen Eigentum des Kaufmanns werdenund der Fuhrmann zu desseu Lohnarbeiter herabsinkt. Damit istdie kapitalistische Trauspvrtunternehmung vollendet. Für West-deutschland hat uns wiederum Kauter diesen llmbildungsprozeßanschaulich beschrieben. Er meint, daß in jenem hochentwickeltenVerkehrsgebiet bereits in den 1830er Jahren der regelmäßigeFrachtverkehr in der Hand großer Unternehmer (mit dem Sitz inOffenbach, Kehl, Friedrichshafen ) lag, die die Stelle unserer Eisen-bahnverwaltungen für die Speditiv» vertraten.
Das moderne (großstädtische) Frachtsuhrgeschäft ist aberhäufig gleich vou vornherein als großkapitalistisches Unternehmenins Leben getreten und weist jedenfalls (soweit es noch handwerks-mäßig organisiert ist) eine unzweifelhaft starke Tendenz znr Um-bildung in die kapitalistische Form auf. Von den oben bereitsverzeichneten S6 853 im Frachtfuhrweseu tätige» Personen waren1895 allerdings erst 13 943 in Betrieben mit 6—50 Personen,5111 in solchen mit mehr als 50 Personen beschäftigt. Währendjedoch die Zahl der in Kleinbetrieben uuter 5 Personen Tätigen(bei gleichzeitiger Verringerung der Anzahl der Betriebe um5,5 °/g) seit 1882 mir um 5,1 zuuahm, vermehrten sich dieMittelbetriebler im gleichen Zeitraum um 119,9 die Groß-betriebler um 328,4
Eine gleiche Tendenz, wie gesagt, beherrscht auch das Personen-fuhraewerbe. Hier löst das große Droschken- oder Mietswagen-unternehmen den kleinen Handwertsmann ans dem Kutschbockmehr uud mehr ab. Leider vermögen wir die Umgestaltungen aufdiesem Gebiete des Transportwesens noch weniger genau durchZiffern zu erweisen, da die amtliche Statistik erst im Jahre 1895die sehr willkommeue Unterscheidung zwischen „Posthalterei und