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Die deutsche Volkswirtschaft im neunzehnten Jahrhundert / von Werner Sombart
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Der Verkehr,

Im transatlantischen Verkehr beherrscht der Dampfer schonheute die Situation sast vollständig, während in der europäischenFahrt der Segler noch etwas mehr Geltung bewahrt hat. Sowenigstens in Bremen . Hier betrug der Tonnengehalt der Dampfervon dem Gesamttonnengehalt der angekommenen Schiffe (1900)87.14 in der europäischen Fahrt 74.10 "/g, dagegen in dergroßen Fahrt 97.02

Mit dem Übergang vom Segler zum Dampfer vollzieht sichfast gleichen Schritts der Ersatz des Holzschifses durch daseiserne oder stählerne Schiff: ein Vorgang, den wir inanderem Zusammenhange schon gewürdigt haben.

Und das Dampfschiff erfährt eine Vervollkommnung vor allemdurch eine unausgesetzte Verstärkung seiner Maschinen. Wasin dieser Hinsicht die letzten Jahrzehnte geleistet haben, grenzt andas Wunderbare. Vor fünfzig Jahren glaubte man etwas Un-erhörtes zu tuu, wenn man den ungeschlachten Niesen, den (^i-satZZastsrir, mit 3000 Pferdestärken ausstattete; jetzt haben unseregrößten Schnelldampfer Maschinen- an Bord, die 40 000 ?8indizieren. Die indizierte Pferdekraft der hamburgischen Dampf-schiffe betrug 1900 etwa 6S5 707 ?8, soviel wie etwa Mitte der1870 er Jahre das ganze Königreich Preußen in stehenden DampfMaschinen an Pferdestärken besaß.

Entsprechend der Vervollkommnung des Schiffes selbst hatdie Verbesserung des Mechanismus zum Beladen undEntladen der Schiffe große Fortschritte gemacht. Ein Haupt-augenmerk wird heute darauf gerichtet, diesen zu höchster Leistungs-fähigkeit zu entwickeln durch Anbringung von Krahnen und Rutschbahnen, Anlegung von Eisenbahngeleiseu in unmittelbarer Nähe desQuais und dergleichen, sodaß das Schiff ein Mindestmaß vonZeit im Hafen zu verbringen hat, also eine längere Zeit deineigentlichen Transportwerke widmen kann. Ebenso ist man mit Er-folg bemüht gewesen, der Schiffahrt etwa entgegenstehende Hinder-nisse aus dem Wege zu räumeu, wie beispielsweise Unterbrechungdurch Eis durch Einführung von Eisbrechern. Im Anfang desJahrhunderts war die Hamburgische Schiffahrt noch sehr häufigdurch Eis zum Stillstaude verurteilt: im Durchschnitt der Jahre