Bäcker. Bauhandwerker. Möbeltischler,
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Nachttische, Waschtische, Spiegeluntersätze, Vertikows, Büffets, Bett-stellen, Spiegelrahmen, Gardinenhalter, Sophas, Fauteuils, Herren-schreibtische, Damenschreibtische, Küchenschränke, Küchentische usw.anfertigen. Und auch bei dieser Teilung hat man noch uicht Haltgemacht. Bei deu Stühlen besteht eine scharfe Trennung zwischengewöhnlichen lind feinen, bei den Schränken unterscheidet mauGarderobeschränke, Bücherschränke, Glasschränke usw., und bei deuTischen außer deu schon angeführten noch Kulisseutische, Sofa-tische, Blumentische, Salontifche usw., von denen fast jeder Gegen-stand den Spezialartikel eines Handwerkers bildet. Nun ist esklar, daß diese Entwickelung wiederum zum Nachteil des Tischler-meisters ausschlagen mußte. Je spezialisierter seine Tätigkeit, destoabhängiger wird er von den Magazinen, für die er liefert; uud jeweniger Magazine er bedient, also je kleiner er ist, desto arg-wöhnischer muß er auf die Erhaltuug seiner Kundschaft bedachtfein. Ein kleiner, armer Meister, der für drei oder vier Händlerarbeitet, wird eher geueigt seiu, nachteilige Bediuguugeu zu erfüllen,als ein großes Geschäft, das selbst kapitalkräftig ist, uud mit dreißigoder vierzig Magazinen in Verbindung steht. Die Mehrzahl dergroßstädtischen Tischlereien wird aber von solchen ganz kleinen,jämmerlichen Existenzen gebildet. Von etwa 3000 BerlinerTischlermeistern arbeiten 2000 mit weniger als 3 Gehilfen, 1110aber überhaupt ohne Gehilfen. Bei den ganz kleinen hat die Aus-beutung durch die Magazine einen besonders hohen Grad erreichtdurch die Ausbildung eines Absatzsystems, das den Tischlermeisterauf Gnade und Ungnade den Händlern unterwirft. Das ist dasSystem, das die Franzosen Trüle, die Engländer Hawking nennen,das also im Deutscheil wohl als Hökerei zu bezeichnen wäre. Esist bei Möbeln ganz geringer Sorte, die vollständig vertretbar sindlind weil von jedem Tischler herstellbar, in stets hinreichender Mengeangeboten werden, in allen größeren Städten ausgebildet worden,und besteht darin, daß die Magazininhaber von irgend welcherfesten Bestellung bei den Tischlern überhaupt abseheil und dasAngebot im eigeuen Laden erwarten. Da fertigt denn der„Handwerksmeister" die Woche über Möbel einer bestimmtenGattung, für die er noch keinen Abnehmer weiß, uud fährt mit