396
Die Landwirtschaft.
«über deren Bedeutung ich noch in anderem Zusammenhangesprechen werde) und 333 sonstige Genossenschaften nebst 3 Zentral-geschästsanstalten angegliedert, die zusammen mehr als eine halbeMillion Mitglieder umsassen. Der zweitgrößte Genossenschasts-verband ist der Neuwieder, der „Generalverband ländlicher Ge-nossenschaften für Teutschland (Raiffeisen - Organisation)". Ihn:gehörten am Schlüsse des Jahres 1901 3 713 Genossenschaften an,davon 3 379 Raifseisenvereine und 334 Betriebsgenossenschasten.
Die Gesamtstatistik ergibt folgendes Bild. LandwirtschaftlicheGenossenschaften überhaupt gab es im Jahre 1900 IS034, davvnwaren 10 487 Darlehnskassen, 149 Bezugsgenossenschaften. DieDarlehn skaffen des Allgemeinen Verbandes hatten bei den Zent-ralkassen einen Umsatz von 859 Millionen Mark, die nicht ange-schlossenen Kassen einen solchen von 628 Millionen Mark, zusammenalso betrug der Umsatz fast 1'/., Milliarde Mark. Der Wert derWaren, der durch die Bezugsgenofsenschaften insgesamt umgesetztwurde, bezifferte sich aus mindestens 70 Millionen Mark, Getreidewnrde durch Vermittlung von Verkaufsgenossenchaften für etwa30 Millionen Mark verkauft. Was mir aber viel wichtiger alsdiese Zustandsziffern erscheint, ist das rasche Tempo, in demsich die Genossenschaften entwickelt haben. Mau darf sagen, daßsie erst in den beiden letzten Jahrzehnten recht in Aufschwunggekommen sind. Waren doch von den 433 berichtenden Darlehns-kassen des Allgemeinen Verbandes nur 33 älter als 20 Jahre,von den 1101 Bezugs- und Absatzgenossenschaften nur 34. Ja:die Hauptsache leistet sogar erst das letzte Jahrzehnt: in diesemsind von den 16 034 am 1. Juli 1901 bestehenden Genossenschaftengenau vier Fünftel, nämlich 12 028, begründet worden. In diesenZiffern, scheint mir, kommt deutlich genug zum Ausdruck, daß eSsich um eine lebenskrästige, zukunftsreiche Organisation größtenZtiles handelt.
In dem Maße wie der Pegelstand kapitalistischen Wesens imdeutschen Reiche sich hob, stieg auch der Schutzdamm in die Höhe,hinter dem ein immer größerer Teil des deutscheu Bauerntums inSicherheit gebracht wurde. Ob auf die Dauer dieser Schutzdammden andringenden Fluten wird standhalten können, ist hier nicht