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Die deutsche Volkswirtschaft im neunzehnten Jahrhundert / von Werner Sombart
Entstehung
Seite
403
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Die Ausführung derAgrarreformen",

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Ziffern in Anlage 42 erkennen lassen, weit unter das Ausmaß hin-untergehen, bei dein häufig überhaupt noch eine irgendwie rationelleBetriebsführung möglich ist. Wobei allerdings zu berücksichtigenbleibt, daß sich schematisch gar keine Mindestgroße für einen land-wirtschaftlichen Betrieb feststellen läßt, maßen Jutensitätsgrad undEigenart der gewonnenen Produkte auch iu ganz kleinem Rahmennoch rationelle Landwirtschaft oder, wenn die Betriebe noch kleinerwerden, rationellen Gartenban zulassen. Daß die Besitzzerstückelung in den genannten Gebieten eine Folge der realen Erbteilnngbei großem Kinderreichtnm ist, ist bekannt.

Bisher waren die Ergebnisse unserer Nachforschnngen alsowesentlich negativer Natur. Wenn wir nun Umschau halten nachdem, was sich tatsächlich in der Organisation der landwirtschaft-lichen Betriebe an Veränderungen (und es sind nicht wenigeswährend des neunzehnten Jahrhunderts vollzogen hat, so wirdes erlaubt sein, die Aussagen für Klein- und Großbetrieb zu-sammenzufassen. Denn in der Tat sind die Schicksale, die dieBetriebsgestaltuug in der Landwirtschaft erfahren hat, bis aufEinzelheiten, auf die am Passenden Ort hingewiesen werden soll,annähernd dieselben für die einzelnen Betriebsgrößen gewesen.Oder es handelt sich wenigstens nur um quantitativ, uichtqualitativ verschiedene Gestaltung der Dinge. Da ist denn uuuwohl an erster Stelle der Erwähnung wert die Tatsache, daßdank der zum größten Teile bis zum Schlüsse des Jahrhundertsdurchgeführten Landeskulturgesetzgebuug die einzelnen Betriebevon den Fesseln befreit worden sind, in die sie durch die Ge-mengelage, sowie durch eine Anzahl lüstiger Nutzungsrechte vor-her geschlagen waren; daß gleichzeitig aber auch wenigstensin dem Osten und Norden des Reichs ihre Herauslösung ausallen Gemeiuschaftsverhältnisseu erfolgt ist, die im Laufe derJahrhunderte aus dem Dorfverbande erwachsen waren. Die Ge-setze, durch die jeneAgrarreformen" in die Wege geleitet wurden,sind uns bekannt. Leider sind wir über ihre Durchführung nichtin gleicher Weise unterrichtet.

Eine irgendwie brauchbare Ausein and ersetz ungsstatistik

fehlt. Das Ergebnis, zu dem die Verfasser des neuesten Bandes

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