Siebzehntes Kapitel.
Die sozialen Klassen.
I. Allgemeines. Die gesellschaftliche Gliederung Deutsch-lands vor hundert Jahren.
Das Geburtsland der modernen Gesellschaftsklassen ebenso wieder Theorie der sozialen Klassen ist Frankreich . Hier hatten schondie Vorgänge der großen Revolution, noch viel mehr aber hernachdie Ereignisse während der Restauration und dann die Julirevo-lutiou wie die Vorführung von Schulbeispielen gewirkt, um denGeschichtsschreibern die Augen über die Bestandteile der modernenGesellschaft zu öffnen. In den Werken der Guizot, Mignet, LouisBlanc steht schon alles zu lesen, was wir heute noch vom Wesenund Werden der sozialen Klassen auszusagen vermögen. IhreDarstellung ist vorbildlich geworden auch für die Theoretiker fremderZunge, und bis auf die Terminologie herab wandeln auch wir Deutschenoch heute in den Bahnen der großen französischen Historiker undihrer deutschen Berkünder, unter denen Lorenz von Stein undKarl Marx die einflußreichsten gewesen sind.
Danach unterscheiden wir in der modernen Gesellschaftvier soziale Klassen:
1. die Gentilhommerie, den xarti tkoäal, zu deutsch etwa dieFeudalaristokratie (wenn man dieses Wort für ein deutscheszu halten geneigt ist), kürzer und schlichter: die Junker;
2. die Bourgeoisie, unübersetzbar;
3. die petits dourZeoisiö, allenfalls übersetzbar mit Klein-bürgertnm, von mir als Handwerkertum (im weiteren Zinne)bezeichnet;