— 6 —
Das kaufmännische Talent schwingt sich zum Leiter der Pro-duktion auf und zwingt die große Menge der bloßen Hand-arbeiter in seinen Dienst. Sie wird dann weiter noch mehrzu einer Notwendigkeit in dem Maße, wie durch die Ent-wicklung der Produktionstechnik die Betriebe sich so sehrvergrößern, daß die Zusammensassuug vieler Arbeitskräftezu eiuem Arbeitsprozeß technisch unvermeidlich wird, also vorallem seit der Einführung des Dampfes in Güterproduktionund Gütertransport. Die Trägerin der kapitalistischen Pro-duktionsweise, die Klasse, die sie vertritt, ist die Bo urgeoisie-Wie geru spräche ich von der großen historischen Mission,die sie erfüllt bat? Aber wieder muß ich mich mit dem Hin-weise begnügen, daß als das Wesentliche solcher historischenMission wir die wunderbare Entfaltung ansehen müssen,die sie den materiellen Produktivkräften hat angedeihenlassen. Unter dem Zwange der Konkurrenz, gepeischt vonder Geißel des Erwerbstriebes, der mit ihr in die moderneGeschichte eintritt, hat sie uns sene Märchen aus Tausendund Eine Nacht in die Wirklichkeit gezaubert, au derenWundern wir uns täglich freuen, wenn wir durch die Straßeuunserer Großstädte oder durch die GeWerbeausstellungenschlendern, wenn wir mit den Antipoden reden, wenn wir inPalästen über den Ozean fahren oder uns in dem Glänzeunserer üppigen Salons sonnen. Was für unsere Zweckedas Wichtige ist: Die Existenz dieser kapitalistischen Pro-duktionsweise ist die notwendige Bedingung für diejenigeKlasse, die Trägerin der modernen, sozialen Bewegung ist:«das Proletariat. Ich sagte schon vorher: Das Proletariatfolgt der kapitalistischen Produktionsweise wie ihr Schatten.Diese Produktionsweise kann nicht anders bestehen, kann sichnicht anders entfalten als unter der Bedingung, daß unter demKommando Einzelner sich Scharen besitzloser Arbeiter in dengroßen Unternehmungen zusammenschließen; sie hat zurnotwendigen Voraussetzung eine Auseinanderreißung derganzen Gesellschaft in zwei Klassen, den Inhabern der Pro-