irgendwo vielleicht existiert hat, aber jedenfalls existierensollte, wo nur nicht künstliche Hinderungsmittel dazwischen-treten, Uebelstände, welche es unmöglich machen, daß dieMenschen sich in jener natürlichen Weise zu einander ver-halten. Und diese Uebelstände, diese Gewalten, die vor derVerwirklichung eines „natürlichen" Zusammenlebens stehen,sieht Robert Owen in zwei verschiedenen Richtungen: ein-mal in der fehlerhaften Erziehung des Menschen und ander-seits in dem fehlerhaften, an Uebelständen reichen Milieu,der Umgebung, in der der moderne Mensch lebt. Er schließtnun logisch: also müssen, wenn jener natürliche, schöne Zu-stand harmonischen Zusammenlebens, wenn jener „orärsnatursl" verwirklicht werden soll, jene beiden Uebelständeaus der Welt geschafft werden. Er fordert demnach bessereErziehung auf der einen Seite, besseres Milieu auf deranderen. In diesen beiden Postulaten finden wir diebeiden Perioden seiner Entwickelung nebeneinander, wiewir sie soeben hintereinander sahen. In seiner ersten legter mehr Wert auf Erziehung, in seiner zweiten mehr aufdie Veränderung des Milieus, in dem der Mensch lebt. Undnun — das ist vielleicht die eigentlich spezifisch-tbeoretischeLeistung von Owen ^ erkennt er weiter, daß jene Uebel-stände, an deren Beseitigung alles hängt, nicht von Naturgegeben, sondern hervorgewachsen seien aus einem bestimmtenSystem der sozialen Ordnung, als welches er das kapita-listische ansieht. In diesem kapitalistischen Wirtschaftssystemerblickt er nichts Naturgesetzliches wie im wesentlichendie Vertreter der klassischen Nationalökonomie, sondern einvon Menschen geschaffenes System einer sozialen Ordnung.Auch seine Gegner glaubten an den „oräro nswrsl", nur daß sieihn verwirklicht wähnten, Owen nicht. Owen muß vielmehr,damit jenes sein Ziel erreicht werde, damit der Mensch einebessere Erziehung genießen könne und in ein besseres Milieugelange, die Beseitigung dieses Wirtschaftssystems heischen.Er verlangt demgemäß, daß die künftige Wirtschaftsordnung
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