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Und Wenn ich nun noch, nachdem ich Ihnen Owen'sSystem in seinen Grundzügen skizzirt habe, daran anknüpfenddas Wesen des sogenannten utopischen Sozialismus über-haupt in wenigen Sätzen Zusammenfassen darf, so möchte ichdieses als das Wesentliche erachten: Lwen und die anderensind zunächst Sozia listen, einmal deshalb, weil ihrAusgangspunkt die proletarische Kritik ist: diese schöpfensie unmittelbar aus den Sphären, in denen der Kapitalis-mus haust, aus den Sphären der Fabrik, wie Oweu, deKHandels, wie Fourier. Sie sind ferner Sozialisten deshalb,weil nicht nur ihr Ausgangspunkt proletarisch ist, sondernauch weil ihr Ziel in dem Sinne sozialistisch ist, das; sie andie Stelle der Privatwirtschaft eine Gemeinwirtschaft setzenwollen, d. h, also eine Wirtschaftsordnung neuen Inhalts,welche nicht mehr die Privatunternehmung und Teilung desProdukts zwischen Unternehmern und Arbeitern zum Inhaltehat, sondern darauf basiert, das; die Produktion von Genossen-schaften betrieben werde, ohne Konkurrenz und ohne Unter-nehmer. Warum aber, fragen wir uns, sind diese SozialistenUtopisten? Und wodurch unterscheiden sie sich von denjenigenTheoretikern, die wir als sogenannte wissenschaftliche Sozia-listen kennen lernen werden ? Owen, Saint Simon , Fourier undalle die anderen sind deshalb Utopisten, weil sie die realenMachtfaktoren des sozialen Lebens nicht er-kennen: die echten und rechten Kinder des liebenswürdigemidealistischen 18. Jahrhunderts, welches man gewiß nicht mitUnrecht als das Jahrhundert des Wissens und der Aufklärungbezeichnet hat.
Ich zeigte Ihnen schon, wie in dem System Owens dieserGlaube an die Aufklärung, an die Macht des Wissens vomGuten das Allbeherrschende ist; in ihm liegt in der Thathauptsächlich der Utopismus: weil als das Wirkende und Trei-bende Faktoren angesehen werden, die thatsächlich nicht dassoziale Leben und nicht die reale Welt bilden. Und zwar gehtdieser Glaube doppelt fehl: er enthält eine falsche Beurteilung