der Gegenwart und der Vergangenheit einerseits und tauschtsich über die Voraussetzungen der Zukunft andererseits. Jenes,sofern seine Anhänger annehmen, daß die jetzige Ordnung derDingenichts anderes sei,alseinJrrtum, daß dieMeuschensichnur deshalb in ihrer augenblicklichen Lage befänden, daß nurdeshalb Elend in der Welt herrsche, weil man bishernicht wußte, wie es besser zu machen sei. Das ist falsch.Die Utopisten verkennen in ihrer Gutgläubigkeit, daß Teilejeder Gesellschaft den 8t«,w8 yuo durchaus als befriedigenderachten und gar keine Aenderung wollen, daß diese Ele-mente also an seiner Erhaltung ein Interesse haben unddaß weiter ein bestimmter Gesellschaftszustand deshalbherrscht, weil diejenigen Leute, die an ihm interessiert sind,auch die Macht haben, ihn aufrecht zu erhalten. Alle sozialeOrdnung ist nichts anderes als der jeweilige Ausdruck derMachtverteilung zwischen den einzelnen Klassen der Gesell-schaft. Und nun ermessen Sie, welche Verkennung der wirk-lichen Welt, welche grenzenlose Unterschätzung der gegneri-schen Stärke in dem Glauben liegt, die Machthaber durchPredigten und Verheißungen zum Aufgeben ihrer Positionbewegen zu können!
Und wie sie die Macht der Gegner unterschätzen, soüber schätzen die Utopisten die eigene Kraft, das eigene Könnenund werden damit zu Utopisten sür die Zukunft. Sie sind vondem festen Glauben durchdrungen, daß es nur eines Zu-greifens bedürfe, eines beherzten Entschlusses, um das Reichder Zukunft zur Wirklichkeit zu machen. Sie überschätzendie Leistungsfähigkeit der Menschen, die etwa die neue Ge-sellschaft bilden sollen. Sie vergessen oder wissen es nicht,daß im langsamen Umgestaltungsprozeß Menschen und Dingeerst geschaffen werden müssen, um die neue gesellschaftlicheOrdnung zu ermöglichen.
Und nun die für die Praxis der sozialen Bewegunginteressanteste Konsequenz, die aus dieser Auffassungsweiselogisch die Utopisten ziehen: das ist die Eigenart ihrer