48 -
Elan des französischen, von der Grübelei des deutschen, vondem Feuer des italienischen Arbeiters steckt in diesen prole-tarischen Geschäftsmännern.
Dieser „gerissene", „smarte" Sinn findet so recht seineVerkörperung in den englischen alten Gewerkschaften, den,wie ich schon sagte, schlauesten Interessenvertretungen, die jeerdacht sind. Diplomatisch, gewandt, glatt nach oben —gegen das Unternehmertum; exklusiv, engherzig, brutal nachunten — gegen die V5 outsiders, die ärmeren Schichten derArbeiterschaft. Die ?raSs vnicms sind echt kapitalistisch-ge-schäftsmäßige Gebilde, denen der berechnende, praktische,nüchterne Sinn des englischen Arbeiters den Geist verliehenhat. Daher gewiß auch zum großen Teil ihre höchst respek-tablen Erfolge!
So etwa sehe ich die Kausalreihe, die die Ereignisse dersozialen Entwickelung Englands von 1850 bis 1880 ver-knüpft. Es war ein dem Kapitalismus überaus günstigesZusammentreffen einer Anzahl von Umständen, die es be-wirkt haben, daß sich in England ein geschäftsmäßiges Nur-Gewerkvereinlertum herausgebildet hat, eben jener specifischeTypus, den wir als englischen bezeichnet hatten.
Daneben kein Sozialismus, keine soziale Bewegung imeigentlichen Sinne, kein Klassenkampf, sondern „sozialerFriede" oder wenigstens die Vorstadien eines solchen auf derBasis des kapitalistischen Wirtschaftssystems . . .
Wirklich „sozialer Friede" ? Oder war das doch vielleichtnur eine vorübergehende Beilegung des Kampfes. Es scheintfast so: wenn nicht alle Anzeichen trügen, so hat in England der „soziale Friede" die längste Zeit gedauert. Seit demAufhören des englischen Supremats auf dem Weltmarkte,seit dem Emporkommen niederer Arbeiterschichten, ist auchdie „soziale Bewegung" wieder da, erwacht das proletarischeSolidaritätsgefühl von neuem, mit ihm der Klassenkampf,und schon steht die selbständige Arbeiterpolitik zur Diskussionauf den Gewerkvereinskongressen, schon halten die sozia-