einmal ausdrücklich, ist die Notwendigkeit des Ideals, dienicht zu verwechseln ist mit der Notwendigkeit seiner Ver-wirklichung, Um diese zu begründen, würde es noch ganzanderer Erwägungsreihen bedürfen, die fern von unseremThema liegen. Ob überhaupt eine solche Begründung wissen-schaftlich möglich ist, scheint mir zweifelhaft. Denn sie istnoch längst nicht gegeben etwa mit dem Nachweise, daß das,was das Proletariat wünscht und erstrebt, im Laufe dersozialen Entwickelung vorbereitet wird. Ich werde nochspäter Gelegenheit haben, darauf aufmerksam zu machen,daß die verbreitete Vorstellung von dem „naturnotwendigen"Eintreffen des Sozialismus auf nicht völlig klaren Gedanken-gängen beruht.
Was hier nun als das Ergebnis unserer Untersuchungfestgehalten werden muß, ist dieses - und das ist ein echtMarx/scher Gedanke —: soziale Ideale sind wertlose Utopien,solange sie beliebig in dem Kopfe eines Träumers ausge-bildet werden. Sie gewinnen erst Lebensaussicht, wenn siesich den gegebenen ökonomischen Verhältnissen anpassen, ausdiesen gleichsam hervorwachsen. Die Verwirklichung desGuten und Schönen ist in die Schranken der wirtschaftlichenNotdurft eingeschlossen. Die durch das kapitalistisch-proleta-rische Verhältnis geschaffenen, also historisch gegebenen wirt-schaftlichen Bedingungen sind aber derart, daß das Idealproletarischen Strebens nur in der Richtung einer sozialisti-schen Gesellschaft liegen kann.
Warum aber muß der Weg zur Erreichung dieses Zielsder Klassenkampf sein? Hierauf werden wir in Kürzedieses zu antworten haben: Die moderne Gesellschaft stelltsich uns als ein kunstvolles Durcheinander zahlreicher sozialerKlassen dar, d. h. solcher Personengruppen, deren Homogeni-tät aus der Zugehörigkeit zu bestimmten Formen oder be-stimmten Sphären des Wirtschaftslebens erwächst. Wirunterscheiden als Vertreter feudaler Landwirtschaft dieJunker von den Vertretern des Kapitals, der Bourgeoisie,