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II. Der Krieg von I30K und 1807
vorher mit größerer Aussicht auf Erfolg hätte tun können. Erging zum Angriff gegen den Landgrafenberg vor. Die Franzosenkamen ihm entgegen, aber jetzt nicht mehr Lannes und die Gardenallein, sondern rechts von diesen schon eine Division Soults durchdas Rauhtal, links durch das Lieskauer Tal eine Division vonAugereau. 44 französische Bataillone standen am Ende gegen13 preußische im Gefecht, deren Schwäche ein dichter, auf denHöhen lagernder Nebel verbarg. Drei Stunden lang hielten siewacker aus, ein Beweis, daß sie trotz aller Mängel der Revuetaktiktüchtig zu kämpfen verstanden. Dann endlich war ihre Kraft ge-brochen und die Munition verschossen. Die eine Hälfte lag totund verwundet auf der Walstatt, die andere zog sich gegen dieArmee hin auf verschiedenen Wegen zurück. Das Feuer erschollzuletzt schon im Rücken des großen Lagers, das endlich in Be-wegung kam. Ein erster unglücklicher Akt der Schlacht war vorüber.
Ein zweiter sollte bald danach folgen. General v. Holtzen-dorff, durch den Kampfeslärm vom Dornberge her aufgescheucht,hatte seine Truppen allmählich nordöstlich des Lohholzes zwischenLehesten und Rödigen versammelt, um Tauentzien zu unterstützen.Schon waren die vor ihm hoch gelegenen Waldränder vom Feindebesetzt, da der Marschall Soult nach und nach sein ganzes Korpsvon Jena her dort heraufsteigen ließ. Hinter Holtzendorffs Stellunglag der tiefe Grund von Nerkwitz. Trotzdem trat er, um denWaffengefährten am Dornberge zu Hilfe zu kommen, zum An-griff an. Aber der Vorstoß kam bald zum Stehen. Rechtzeitigerkannte er noch die große Überlegenheit der Franzosen und kehrtedurch den Grund von Nerkwitz wieder zurück. Ohne Unfall ginges dabei nicht ab. Die feindliche Kavallerie brach in sein kleinesKorps ein und brachte es zum Teil in Verwirrung. Aber inleidlichem Zustande erreichte er mit demselben noch die Höhen süd-östlich Apolda und hätte sich von dort dem Hauptkampfplatze beiVierzehnheiligen zuwenden sollen. Aber solch eigenmächtiges Handelnlag nicht im Geist der Armee. Ein Befehl war ihm nicht zu-gegangen, und so ließ er denn Schlacht Schlacht sein und zogüber Apolda davon.
Hohenlohe war früh in Kapellendorf verblieben. Es sollteheute ja nicht gefochten werden. Als er dann in das Lager hin-aufritt, war er unwillig, die preußische Division Grawert in Be-wegung zu finden. Sie hatte die Zelte abgeworfen, das Gewehr