Verstärkung der Feldarmeen. Bartensteiner Konvention 149
oder keiner von beiden." Statt dem Gelöbnisse aber praktischeFolgen durch die größten Anstrengungen zur Vermehrung derStreitkräfte zu geben, war es am 26. Zlpril zu der sogenanntenBartensteiner Konvention gekommen. In dieser wurde beispiels-weise beschlossen, daß die Verbündeten sich nicht in die innerenVerhältnisse Frankreichs einmischen sollten — eine Einmischung,von der sie ohnehin noch recht weit entfernt waren. Ein deutscherBund sollte geschaffen, Preußen in seiner früheren Macht wieder-hergestellt werden, Österreich Tirol und einen Teil von Italien zurückerhalten. England wurde zur Unterstützung durch Geld,Waffen und Munition und zu Angriffen im Rücken der franzö-sischen Armee aufgefordert. Dafür ward seinem Könige eine Ver-größerung des Besitzes in Deutschland zugesagt. Wie Schweden für den Fall seines Beitritts zu bedenken sei, blieb späterer Ver-einbarung vorbehalten. Selbst von der Entschädigung des Prinzenvon Oranien, einer Angelegenheit, die dem Könige FriedrichWilhelm sehr am Herzen lag, und von einer Neuordnung Italiens war die Rede.
Über solche und ähnliche in nebelhafter Ferne liegende Dingewurde mit vollem Ernste verhandelt, während es sich doch zunächstdarum handelte, eine entscheidende Schlacht an der Passarge oderAlle zu gewinnen.
Es ist bezeichnend für jene wunderliche Zeit, die in gelehrtenBetrachtungen und geistreich erscheinenden Kombinationen, nicht imgegenseitigen Verhältnis der lebendigen Streitmittel die Entscheidungim Kriege suchte, daß dergleichen Phantasiegebilde die Sorge derMonarchen in Anspruch nahm, während alle Umstände zu einerVerstärkung der Feldarmee und Verhütung einer drohenden großenNiederlage drängten. Alle in Aussicht genommenen Umwälzungenkonnten sich erst nach Monaten vollziehen, und hier handelte essich um Hilfe für die nächsten Tage.
Wenig mehr wirklichen Wert hatte die während der Verhand-lungen zwischen Preußen und Schweden zustande gekommene Abrede,von Rügen aus über Stralsund eine gemeinsame Expedition zur Be-freiung von Pommern und zum Entsatze der sich noch behauptendenfesten Plätze ins Werk zu fetzen. Preußen sollte 5000 Mann dazustellen und sie allmählich verstärken. Das Gebiet dieser Unter-nehmung lag viel zu weit vom Schauplatz der entscheidenden Ope-rationen entfernt, um auf diese einen Einfluß auszuüben, und