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1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
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IV. Die Befreiungskriege

die Antwort durch einen entschlossenen Gegenstoß. Im Haupt-quartier der Monarchen wurde für den 2. Mai der Vormarschüber Zwenkau und Pegau gegen Napoleons rechte Flanke be-schlossen. Kleist sollte dabei Leipzig decken und, wenn nötig, vorder Übermacht auf Würzen ausweichen, Bülow zwischen Köthen und Dessau die Eibübergänge sowie die Marken und Berlin schützen,Miloradowitsch zur Linken auf Zeitz vorgehen. Der Gedanke warder beste, der sich im Augenblicke fassen ließ, die Ausführung da-gegen mangelhaft. Zu viel Truppen drängten sich am Elsterüber-gange von Pegau zusammen. Stockungen und Kreuzungen ent-standen. Unverhältnismäßig starke Kräfte blieben zur Deckung derÜbergänge über den Floßgraben und die Elster zurück. Die Auf-klärung war trotz der Anwesenheit der starken Kavallerie einemangelhafte.Man hielt sich mit Förmlichkeiten und Truppen-entwicklungen auf, statt mit Kolonnen auf den überraschten Feindzu gehen." Die ganze Armee wurde noch nach alter Art ein-heitlich geleitet, statt daß ihre Korps selbständige Aufgaben er-halten hätten. Miloradowitschs Entsendung war bei der nume-rischen Schwäche der Verbündeten ein entschiedener Fehler.

Nur allmählich vollzog sich bis 11 Uhr vormittags Wittgen-steins und Blüchers Aufmarsch hinter den Höhen zwischen Werbenund Domsen an der Straße nach Lützen . Die Monarchen gingenum 41/2 Uhr früh nach Groitzsch . Das Korps Blücher nahm dievorderste Linie der sich bildenden Schlachtordnung ein, links da-hinter stellte sich Jorck, rechts die Infanterie der russischen KorpsBerg , links von Jorck das Korps Wintzingerode auf. Die Haupt-armee, russische Garden und Grenadiere folgten und sollten alsReserve Verwendung finden. Die preußische Reservekavallerie,welche Blücher nur höchst ungern abtrat, wurde links herausgezogenund mit dem leichten russischen Kavalleriekorps vereinigt, dessenBefehl Wintzingerode persönlich führte.

Die Schlacht von Groß-Görschen am 2. Mai ^g^I(S. Skizze 24)

Vorwärts von Leipzig bei Lindenau erwartete General v. Kleistden Anmarsch des Vizekönigs von Merseburg her. Als das vor-derste französische Korps, Lauriston, sich zu entwickeln begann, er-kannte er schnell dessen große Überlegenheit. Nach kurzem Kampfe,