Ereignisse in der Lausitz und an der unteren Elbe
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sendet worden, um Berlin zu bedrohen. Am 28. Mai kam es beiHoyerwerda zu einem ernsten Gefecht. Bald danach traf er mitfeiner Heeresabteilung bei Luckau auf Bülow, der ihm deu Wegverlegte. Vergebens griff der Marschall die von festen Mauernumgebene Stadt am 4. Juni an und zog sich, da er sie nichtnehmen konnte, nach Übigau südwestlich hinter die Schwarze Elsterzurück. Sein Verlust war nicht unbedeutend. Er scheint an1500 Tote und Verwundete gehabt zu haben. 1000 Versprengteliefen den Bülowschen Truppen noch in den nächsten Tagen indie Hände. Diese hatten nur 720 Mann verloren, 1 Geschützerobert. Bülow versammelte nuu alle seine Kräfte, um die Fran-zosen anzugreifen, als die Nachricht vom Waffenstillstände ihnerreichte und er nach Berlin abmarschierte, wo er am 12. Junieintraf. Auch Oudinots unsicherer und tastender Vorstoß wardamit beendet.
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Ein Blick ist noch nach der unteren Elbe zu werfen, wo auffeiten der Verbündeten um die Mitte April General Graf Wall-moden-Gimborn den einheitlichen Befehl übernommen hatte. Derfranzösische Gegenangriff sollte dort nicht lange auf sich wartenlassen. Davouts Truppen besetzten am 27. April, auf ihrem Marschenach Hamburg, zunächst Lüneburg. Vandamme kam von Bremen heran. Beide vereinigten sich, nunmehr 24 000 Mann stark, beiHarburg. Tettenborn und Dörnberg waren vor ihnen hinter dieElbe zurückgewichen. Tettenborn übernahm die Verteidigung vonHamburg. Er besetzte die Elbinsel Wilhelmsburg , vernachlässigteaber die Befestigung der wichtigen Punkte. Nach einer Reihe vonScharmützeln und Gefechten mußte er sich auf die Norderelbe unddie Stadt zurückziehen, obwohl Dörnberg wieder auf dem linkenStromufer erschienen war und die Franzosen beunruhigte. In derNacht vom 29. zum 30. Mai räumte Tettenborn dann auch dasbis dahin noch behauptete Hamburg, weil Dänemark sich inzwischenfür Napoleon entschieden hatte und die von Schweden in Aus-sicht gestellte Unterstützung nichts von sich spüren ließ. Eine vor-übergehend erschienene schwedische Brigade wurde zurückberufen, undder Senat betrieb die Vorkehrungen für die Verteidigung unddie Bewaffnung der Bürgerschaft ohne die nötige Energie. Am30. Mai nachmittags rückten die Franzosen in Hamburg ein. So