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1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
Entstehung
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353
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Unterbrechung des allgemeinen Kampfes I5Z

großen Schlachtfeldes Feind und Freund. Nur WintzingerodesKavallerie, welche Bernadotte vorausgesandt hatte, wurde vonBlücher nach Taucha entsendet, um die Verbindung mit dem rechtenFlügel der böhmischen Armee aufzusuchen und den Kreis um Na-poleon zu schließen.

Drüben im französischen Lager bei Paunsdorf traf noch das7. Korps, Neynier, ein, das von Düben her den Umweg über Eilen-burg gemacht hatte. Das 3. Korps, Ney, vereinigte sich wieder ganzbei Schönefeld und das 6., Marmont, hatte sich dem Hauptheeredurch seinen Rückzug hinter die Parthe genähert. Sie hätten ineinen Entscheidungskampf auf der Südfront am 17. eingreifenkönnen, uud der Napoleon von Ulm, Austerlitz und Jena würdevielleicht nicht gezögert haben, sie heranzuziehen. Unbekümmert umdas, was in seinem Rücken geschah, hätte er die gesamte Kraftbei Wachau und Liebertwolkwitz zum großen Schlage vereinigt.Oder er hätte sich auf Blücher geworfen, um ihn zu vernichtenund sich Bahn nach der Elbe zur Vereinigung mit Davout zubrechen. Der Kaiser, der die Rückschläge von 1312 und den Sommervon 1813 hinter sich hatte, unterhandelte mit den Verbündeten.Diese aber ließen seine Vorschläge unbeantwortet. Dann erst ent-schied er sich für den letzten Kampf und zwar zur Verteidigung ineiner engeren rückwärtigen Stellung südlich und östlich von Leipzig .

Sie wurde in der folgenden Nacht eingenommen.

An die Pleiße gelehnt, blieben das 8. und 9. Korps undhinter ihnen das 4. Kavalleriekorps in der Linie ConnewitzDösen.Der König von Neapel führte hier den einheitlichen Oberbefehl.Das 2. und S. Korps, links von ihnen, gingen indes bis Probst-heida zurück. Neben diesen beiden Korps dehnte sich das 11. Korpsüber Holtzhausen bis Baalsdorf aus. Im Zentrum befehligteMacdonald. In der Mitte hinter dieser ersten Linie hielten sichdie Garden, das 1., 2. und 5. Kavalleriekorps bereit. Im ganzenwaren es noch rund 100 000 Mann, die der böhmischen Armeeentgegengestellt wurden.

Den von Norden zu erwartenden Feind sollte Marschall Neymit dem 3., 6. und zwei Divisionen des 7. Korps sowie dem3. Kavalleriekorps aufhalten. Sie standen, zusammen etwa 38 000Mann stark, in dem Dreieck PaunsdorfSchönefeldVolkmarsdorf,mit Vortruppen an der Partha.

Dombrowski und die Besatzung von Leipzig verteidigten die

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