Druckschrift 
1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
Entstehung
Seite
390
Einzelbild herunterladen
 

390 IV. Die Befreiungskriege

Neu-Breisach einzuschließen; das 6. schloß Kehl und Straßburg ein.Die russisch-Preußischen Garden und Reserven, sowie das 4. Korpsblieben bei Lörrach noch verfügbar. Die Kasaken schwärmtennach Frankreich hinein.

Weiter nördlich ging die schlesische Armee in der Neujahrs-nacht zu 1814 über den Strom, und zwar Sacken bei Mannheim ,Jorck bei Caub, wo Blücher selbst zugegen war, das zu Langeron gehörige Jnfanteriekorps St. Priest bei Coblenz. Langeron selbstschloß mit seinen übrigen Truppen Mainz ein. Dorthin rückteauf Blüchers Befehl auch St. Priest auf dem linken Rheinuferheran.

Überall wichen die schwachen französischen Posten und Ab-teilungen vom Strome zurück; nur Sacken hatte am linken Ufer,der Neckarmündung gegenüber, eine wacker verteidigte Schanze trotzder Überraschung in heftigem Kampfe zu erstürmen. Schwarzenbergschrieb an Blücher, er werde bis zum 20. Januar die Hauptarmeeauf der Hochfläche von Langres versammelt haben, die schlesischeArmee solle gegen Metz und Nancy vorgehen. Beide Heere nahmenden Weitermarsch auf.

Vor ihnen zog sich Victor von den Vogesen her und Mar-mont aus der Pfalz auf Nancy und Metz zurück. Nur bei Epinal kam es am 11. Januar zu leichtem Gefecht. Victor wurde inNancy von Ney aufgenommen, der dort mit mehreren schwachenGardedivisionen stand, und setzte sich mit Marmont in Verbindung.Dann wichen alle drei über St. Dizier auf Vitry-le-fran^ais zu-rück, wo sie am 26. Januar, vereint 42000 Mann stark, standen.Macdonald fehlte. Er hatte zur Versammlung nicht mehr heran-kommen können.

Bei Langres traf Mortier mit zwei Gardedivisionen, etwa8000 Mann, gerade vor der Hauptarmee noch ein, und diesezögerte mit dem Angriff. Als sie sich am 17. Januar dazu ent-schloß, war der Marschall schon in Sicherheit. Er hatte die Stadtin voller Frühe verlassen. Langsam ging er zunächst auf Chau-mont, dann auf Bar-sur-Aube zurück, wo er am 24. Januargegen den Kronprinzen von Württemberg und Gyulai zu beidenSeiten der Aube vorwärts der Stadt lebhaften Widerstand leistete.Der Kampf dauerte ohne Entscheidung bis zum Einbruch derDunkelheit. Dann zog Mortier vor der Übermacht geschickt nachseiner rechten Flanke auf Troyes ab. Dort traf er, durch nach-

V