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1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
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IV. Die Befreiungskriege

Lage. Er bewegte im Herzen bereits lebhaft den Plan einesMarsches auf Vitry-le-fran?ais, um von dort aus mit den Festungender Ostgrenze und deren Besatzungen in Verbindung zu kommen undsich dann mit den verstärkten Kräften gegen die Rückzugslinienseiner Gegner zu wenden. Er versprach sich den größten Erfolgdavon, zumal da er annahm, daß die wie gebannt bei Laon stehen-gebliebene schlesische Armee noch bewegungsunfähig sei. Wenn erstdie Hauptmacht der Verbündeten im vollen Rückzüge nach demRhein wäre, so würde das fetzte er voraus auch die schlesischedorthin abziehen und er wieder Herr von ganz Frankreich werden.Schon jetzt glaubte er Schwarzenberg in eiligem Abmärsche begriffenund hoffte durch einen kurzen Vorstoß über die Aube ihn zu ver-derblicher Hast zu verleiten. So kam es zu einer der merkwürdig-sten Schlachten dieses Feldzuges.

Die Schlacht von Arcis-sur-Aube am 20. und 2^. März

(S. Skizze 50)

Wredes Vortruppen räumten in der Frühe des 20. Arcisund wichen am linken Ufer flußaufwärts gegen Nogent zurück.Nur Kavallerie blieb bei der geräumten Stadt, um weiterhin zubeobachten, gab sie aber ohne ernsten Kampf auf, als Ney mit feinemKorps und Sebastiani mit der Gardekavallerie herankamen. Hinterihr besetzten die Franzosen Arcis, stellten die zerstörte Brücke wiederher, und der Übergang begann. Das alles stimmte mit Schwarzen-bergs Hoffnungen überein, und um 9 Uhr gab er die Angriffs-befehle. Schon um 11 Uhr vormittags sollte das allgemeine Vor-rücken beginnen und zwar jetzt nicht mehr gegen Plancy, sonderngeradeswegs auf Arcis. Der rechte Flügel fiel dabei Wrede zu, ge-folgt vom russischen Grenadierkorps und einer russischen Kürassier-division, die Mitte und der linke Flügel bis zur Barbuisfe hinder Armeeabteilung des Kronprinzen von Württemberg , die Gardenund Reserven sollten der Mitte folgen. Auf solche Art war esbeabsichtigt, die aus Arcis durch die Enge der Stadt heraustretendenFranzosen mit gewaltiger Übermacht zu umklammern und zu er-drücken. Die Monarchen trafen um Mittag auf der Höhe beiMesnil Lettre ein, um dem entscheidenden Kampfe beizuwohnen.Allein es sollte an diesem Tage noch nicht dazu kommen. DieReibungen, die namentlich in einem Winterfeldzuge so leicht vor-