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Gabel, die mittlere zwischen Tinist und Wamberg im Anmärsche. Ihrebeiden vorderen Korps wurden angewiesen, schon am 26. die LinieKöniginhof—Miletin zu erreichen. Dann konnte der Oberbefehlshaberwohl in die Lage kommen, die II. preußische Armee an den Gebirgspässenabzuwehren und mit der Masse seines Heeres früher als die I. an derJser zu sein. Kronprinz Albert wurde ermächtigt, dort einstweilen denOberbefehl zu übernehmen nnd Angriffen von Gabel oder Reichenberg herWiderstand zu leisten. Dabei sollten herankommende Teile der Hauptarmeeihn unterstützen oder aufnehmen, das Oberkommando werde am 26. inJosefstadt eintreffen.
Kronprinz Albert fand an der Jser am 25. Juni die KavalleriedivisionEdelsheim bei Turnau , ein Regiment nach Schloß Sichrow und Liebenauvorgeschoben. Vom 1. österreichischen Korps standen 3 Brigaden in undum Münchengrätz, die 4. halbwegs nach Turnau . Die Übergänge vonPodol und Laukow waren besetzt; die über Jungbunzlau heranrückendeBrigade Ningelsheim wurde am folgenden Tage erwartet. Die Sachsennahmen weiter abwärts ihre Stellung bei Bakofen und Jungbunzlau.Vortruppen waren an verschiedenen Stellen über den Fluß vorgeschoben.Der Kronprinz wollte zwar seine Aufstellung weiter nördlich nach Turnau —Münchengrätz hin verlegen, um das wichtige Gitschin zu sichern, über dasnötigenfalls der Rückzug gehen mußte. Die Ermüdung der Truppen aberbewog ihn, diese Abänderung auf den 27. zu verschieben. Turnau bliebohne Jnfanterieschutz, da dem General Clam-Gallas die Besetzung nur an-heimgegeben war und dieser die Wichtigkeit des Überganges sowie die derStraße nach Gitschin verkannte. Obwohl Prinz Friedrich Karl noch am25. die Meldung vom Eintreffen der Elbarmee bei Gabel erhielt, sandteer am 26. doch nur die 8. Division gegen Turnau vor. Sie trieb diefeindliche Kavallerie nach kurzem Gefecht bei Schloß Sichrow nach Podolunter den Schutz der dort stehenden österreichischen Brigade Poschacherzurück. Turnau und Eisenbrod wurden von ihr geräumt gefunden; dieösterreichischen Eskadrons wichen auf Gitschin zurück.
Nach Turnau ließ Prinz Friedrich Karl sogleich noch die 7. Division vor-gehen, die zerstörte Brücke wieder gangbar machen und eine Pontonbrückeschlagen. Die 8. Division erhielt Befehl, die Brücke von Podol zwischenTurnau und Münchengrätz zu besetzen; die übrigen Truppen rückten indie frei werdende Unterkunft nach. Die Elbarmee ging bis Niemes—Oschitzvor, ihre Avantgarde noch bis Hühnerwasser, das sie besetzt fand, abernach kurzem Gefechte nahm. Der Versuch der Österreicher, den Ort amAbend wieder zu nehmen, mißlang. Das erste nennenswerte Gefecht gegen