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Von diesem Mehrwert, wie die Marxisten ihn festhal-ten, gilt der Satz: „Le roi regne, mais il ne gouvernepas“; nach Engels ist er sogar gestorben. Denn fürEngels hat das Marxische Wertgesetz fünf bis sieben Jahr-tausende, von den Anfängen des Austausches der Warenbis zum Aufkommen der kapitalistischen Produktion, alsökonomisches Gesetz geherrscht. Aber Marx will ja imI. Band das Gesetz gerade der modernen, kapitalistischenWirtschaftsordnung entwickeln, „nicht als regulativesPrinzip“, sondern als tatsächlich herrschendes Naturgesetzin der Art, wie Newton mit dem Gravitationsgesetz dieBewegung der Himmelskörper erklärt hat.
Bekanntlich ist die Marxische Lehre seitdem durch diesubjektive Wertlehre überholt worden, wobei jedoch wich-tige Bestandteile der älteren Arbeitswerttheorie in die neueLehre eingearbeitet werden können. In dieser Hinsichtist auf die Schriften sowohl der Grenznutzentheoretikerals ihrer Gegner, wie insbesondere Dietzels, zu verweisen.Da es sich hierbei um Fragen handelt, welche mit demMarxismus im engeren Sinne nichts mehr zu tun haben,so ist in vorliegendem Zusammenhang dieser Gegenstandnicht weiter zu verfolgen.
IV. Sozialistische Politik. Als Naturalismus istder Marxismus grundsätzlich unpolitisch. Marx nennt das„Denken, nur das herzlose Denken“ seinen Führer undweist die Begründung des Sozialismus durch ethischeForderungen von sich. Ihm wird die Ethik zur Seins-wissenschaft: die verschiedenen Arten der Moral — diefeudale, die bourgeoise, die proletarische — sind als Natur-tatsachen festzustellen. Es gilt „nicht zu preisen, nicht zubeklagen, sondern zu erkennen“. Die proletarische Moral„vertritt in der Gegenwart die Zukunft“, — bis auch sie,so könnte man fortfahren, Gegenwart geworden und voneiner neuen Zukunft entthront werden wird. Mit Recht