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zu unbedeutend, als daß sie auf den Gedanken kommenkönnten, wichtige Probleme zu lösen; jedwede Art von Kraftdazu fehlt ihnen außerdem; ihre Einwirkung auf die Welt-verhältnisse ist gleich Null. Der ganze Staat ist nichts alsein erweiterter Haushalt, und es ist viel, wenn er nur imWege der Nachahmung die Fortschritte glücklicherer Nationenauf sich anwenden kann. — So ist es gekommen, daß wiran staatsmännischen Talenten und allgemeiner politischerGesinnung den empfindlichsten Mangel leiden. Hundertandere Übel, die aus derselben Quelle fließen, haben sichschon im Laufe der vergangenen Zeiten offenbart; sie sindin Aller Mund, und die Grundursache selbst, die Zerrissen-heit Deutschlands , ist längst verurteilt. Dergestalt also stehendie Sachen. Fern von aller politischen Skandalsncht uudPolteret sei es gesagt: Kein vernünftiges Bedenken, nur dasInteresse der Fürsten steht der Vereinigung Deutschlands im Weg. Der Streit zwischen dem Heute und dem Morgenist keine Controverse über die Vorzüge zweier politischenPrinzipien, sondern der Konflikt zwischen dem Fortschrittdes allgemeinen Wohls und Privatrechten, die nach denbisherigen Gesetzen wohl begründet sind. Es kann nichtoft genug wiederholt werden: nicht in politischer Schmäh-sucht wenden wir uns an die Fürsten . Wer fühlte sich reinund uneigennützig genug, den Stein aufzuheben gegen die,deren Selbstverläugnnng nicht bis zu dem bittern Opfereiner Thronentsagung geht? Ist es doch — weil die Ein-sicht so gewaltig von dem eignen Vorteile beherrscht wird— sogar denkbar, daß die deutschen Souveräne die Sonneselbst nicht sehen, die Notwendigkeit von Deutschlands gänz-licher Verschmelzung. Aber es bleibt darum nicht minderwahr, daß der Kampf der Dynastieen mit der Nation keinKampf gleicher Elemente ist, sondern der Zusammenstoß desöffentlichen Wohls mit einem Eigentumsrechte. Denn, ausdem feudalen Untereigentum entsprungen, hat die Landes-