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3 (1895) Politische Schriften von 1848 bis 1868
Entstehung
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Hoheit es zu keinem andern als einem privatrechtlichen Wertfür den Besitzer gebracht, und zu Regensburg und Wien hat man sich nicht um das Recht der Menschheitsbeglückunggestritten. Wie dem immer sei, der stolze Geist, welcherim Vertrauen auf die Heilkraft der Zivilisation mitleidig,doch unerbittlich dahinschritt über die unglücklichen, durchverbesserte Produktionswerkzeuge brodlos gewordenen Pro-letarier, wird früh oder spät auch den Arbeitern an derdeutschen Staatsmaschine verkünden, daß sie entlassen sind,weil das Werk dnrch eine nene Erfindung, die deutsche Ein-heit, vervollkommnet worden.

Und der Ruf nach einem deutschen Parlament ist nichtsals das Resultat dieser Erkenntnis, das heimlich brennendeGelüste nach dieser verbotenen Frucht. Habe ich aus derSchule geplaudert, die wohlberechneten Pläne durchkreuzt?Lange genug haben die schlauen Politiker in superklugerGeduld die Stunden des tausendjährigen Reiches ausge-rechnet. Versuchen wir es mit der Kraft der Wahrheit!Der Augenblick, da es möglich ist, sie ganz zu sagen, istkostbar. Deutschtand wird ein Parlament bekommen undwird dann einsehen, wie schwerfällig und untauglich diesesWerkzeug sei. Können sich doch sogar Föderativ-Republikenmit solchen Centralrepräsentationen vieler souveränen Pro-vinzen nicht befriedigen, weil das Bewußtsein der politischenGröße in ihnen ein viel zn schwaches Mittel für seine Zweckehat; und die Halbheit eines solchen Instituts offenbart sichstets in der Unmöglichkeit, seine Kompetenz mit Genauig-keit zu bestimmen. Nirgends bleibt die praktische Erfahrungbei solchen Staaten-Parlamenten stehen. In der Schweiz ist die Vernichtung der Kantonalsouveränetät so gut wievollbracht; Nordamerika wird in der Aufhebung der pro-vinziellen Selbständigkeit folgen. Der mexikanische Kriegist der erste gewaltige Schritt dazu, die Übernahme einergemeinsamen Schuld zu Lasten der Union ist der Anfang,