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3 (1895) Politische Schriften von 1848 bis 1868
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lichen Widerstandes, als auf Befehl des Reichskommissärsgeschehen war, welchem die Truppen, als von der Zentral-gewalt beordert, Gehorsam geleistet hatten. Zwar hattendie Bürger von Speier sich geweigert, die Preußen einzu-lassen, und dieselben in die Lage gebracht, eine Nacht hin-durch im Walde bei gräulichem Regenwetter zu kampiren.Allein, wie ich später die pfälzischen Truppen und Ver-theidigungsanstalten und den Geist der Pfälzer kennenlernte, glaube ich nicht, daß die Preußen ohne die Inter-vention Eisenstucks erfolglos linksum gemacht hätten. Ebenjener Rückzug aber, welcher uns in Mainz als eine ge-zwungene strategische Operation geschildert worden war,hatte uns, wie schon bemerkt, großes Zutrauen in denWillen und die Kraft der Pfälzer eingeflößt. Nach meinenErfahrungen konnten damals noch 300 Preußen siegreichdurch die ganze Pfalz ziehen. Eisenstuck hatte auch denauf der Volksversammlung zu Kaiserslautern erwähltenLandesvertheidigungsausschuß als eine zur Durchführungder Reichsverfassung eingesetzte Behörde von Reichswegenbestätigt und ihm dadurch bei dem ängstlicheren Theil derBevölkerung eine bedeutende Stütze gegeben. Der Zweckmeiner Reise war, wie gesagt, zunächst eine Aufklärungüber die sich widersprechenden Befehle zu erlangen. Ichstellte in Abwesenheit Fenners den Umstand dem Landes-ausschuß vor, sah aber aus dessen Antwort alsbald, daßwir die Sache viel zu ernst genommen hatten. Wir glaubte»:,daß bestimmte Dispositionen mit genau gefaßten Plänen

wohnt und seiner Gesinnung treu geblieben ist. In der Konflikts-zeit (186263) wurde er in Mcmel zweimal in das Abgeordneten-haus gewählt, legte am 7. Februar 1863 sein Mandat nieder,weil er mit einem Antrag, die Sitzungen bis zur Anerkennung desSteuerbewilligungsrechtes auszusetzen, keinen Anklang fand.

Ludwig Bamberger's Ges. Schrifien, III. 6