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3 (1895) Politische Schriften von 1848 bis 1868
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vorlägen, und fürchteten durch unsere eigene Entscheidungdiese möglicher Weise auf eine gefahrbringende Art durch-kreuzt zu haben. Welche Unschuld! Man hörte meinenBericht au, als ob ich sagte, daß ich nicht wüßte, inwelchem von zwei Gasthäusern ich absteigen sollte. Auchfragte ich gar nicht weiter, was zu thun sei, sondern nahmstillschweigend an, daß es bei dem Quartier in und umKirchheimbolanden , welches sehr gut war, vor der Handsein Bewenden haben solle. Wir kamen alsbald auf all-gemeinere Diskussionen über den Stand der Dinge. Vonbestimmten Waffenankäufen, von Engagements höhererOffiziere, von Verbindungen mit anderen Provinzen warnoch nichts geschehen und so beiläufig die Rede, wievon Dingen, die man mit aller Muße betreiben könne.Man gab sich noch den neu angekommenen AbsagebriefDufours") herum, über dessen Entscheidung man unbegreif-licher Weise bis zu jenem Augenblick noch gezweifelt hatte,während man in ganz Deutschland über das ihm gemachteAngebot gelacht und in der Schweiz es für eine Ironiegehalten hatte. Selbigen Tags sollte jedoch noch ein Mit-glied des Ausschusses nach Paris gehen, um Offiziere zuwerben. Ich ging gegen Abend, nachdem man noch langemehr geplaudert als berathen hatte, mit d'Ester und Martinynach Hause. Sie klagten mir, als wir allein waren, auf'sHeftigste über die Langsamkeit und Unentschiedenheit desAusschusses. Der Anschein gab ihnen damals in meinenAugen vollständig Recht. Doch habe ich mich währendder ganzen Entwicklung der Dinge überzeugt, daß diese

*) Dufour, General der Schweizer Eidgenossenschaft , welcher imSonderbundskrieg die siegreiche Armee befehligt hatte. Er hatteschon in dem Napoleonischen Heer gedient und galt für einen be-deutenden Militär.