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3 (1895) Politische Schriften von 1848 bis 1868
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bedürfnissen gleich Null. Endlich, etwa vierzehn Tagevor dem Ende, griff man zum Zwangsanlehen. Nach derVeranschlagung hätte es mehrere Millionen eingetragenund dies wohl für den ersten Anlauf genügt. Es wurdedabei über die Maßen vorsichtig zu Werke gegangen, daßin dem überwiegenden Theil der Bevölkerung kein Mißmuthentstehen könne, denn nur die, welche über 40 000 fl. reichwaren, sollten beitragen. Die Maßregel kam zu spät undwurde, wie alle, zu langsam und schlecht ausgeführt. DieCivilkommissäre wußten zum Theil gar nicht, wie sie dieSache anfassen sollten. Es fehlte ihnen dazu an Geschäfts-gewandtheit, an Muth und an Unterstützung. Sie solltensich fünf Taxatoren an die Seite setzen, und kein Menschwollte sich dazu hergeben. Während in fünf Tagenmindestens zwei Drittel der ganzen Summe zusammen-gebracht sein konnte, sind während der ganzen vierzehnTage bis zum Rückzug noch meiner Veranschlagung höchstens5060 000 fl. eingegangen. Neben dem Änlichen suchteman noch aus dem Verkauf der in den Holz- und Salz-magazinen liegenden Vorräthe Geld zu gewinnen. Stattaber vor Allem auf schnelle Versilberung zu sehen und zuversteigern, bot man nur den Verkauf an, und selbst dieserwurde nicht einmal in auswärtigen Blättern angekündigt,während begreiflicher Weise im Inland nicht Viele zugreifenmochten. Bedenkt man, was es heißt: ein Heer ausrüsten,eine Provinz verwalten, ein Anlehen ausarbeiten und ein-treiben, die besagten Verkäufe anordnen und überwachen,die rückständigen" und laufenden Steuern einziehen unddabei noch stets darüber her sein, neue Finanzquellen auf-zuspüren, so wird man lachen wie ich selber lachtezu hören, daß die Gesammtfinanzverwaltung des Landesauf einem einzigen Gehülfen beruhte, der auf dem Büreauvon Hepp arbeitete, während dieser selbst auf die oben