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3 (1895) Politische Schriften von 1848 bis 1868
Entstehung
Seite
96
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gingen die alten Beamten wieder aus den Wahlen hervor. Wie mit der Propagirung der Revolution innerhalbund außerhalb des Landes, so ging es umgekehrt, odereigentlich noch viel schlechter mit der Ermittelung dessen,was diesseits und jenseits der Grenzen vorging. Kaum,daß in der Pfalz selber eine geregelte Nachrichtenverbindungder einzelnen Theile zu der provisorischen Regierung undvon ihr zurück etablirt war. Keine Rede davon, daß dieseeine von einem Ende des Landes empfangene Nachrichtden obersten Beamten am andern Ende sx otKoio mitge-theilt hätte. Ueber die Grenze hinaus aber sah es ganzgräulich aus. Sollte man es glauben, daß die Regierungder Pfalz am Sitze ihres eigentlichen Gegners in München ,nicht einen einzigen Berichterstatter, geschweige denn einenAuskundschafter hatte, durch den ihr Mittheilungen überdie Absichten der baierischen Regierung geworden wären?Vom ersten bis zum letzten Tag war sie in der totalstenUnwissenheit über das, was von München zu erwartenstünde. Mit den ausgeregten Theilen von Baiern , namentlichmit Franken, auf dessen Anschluß die Pfalz zunächst an-gewiesen war, wurde nicht eine einzige Botschaft, nicht einBrief gewechselt. Man kannte gar Niemanden dort. Auchdaraus ist zu ersehen, wie im vorausgegangenen Jahr sogar nichts für eine Organisation der demokratischen Be-strebungen geschehen war. Mit Württemberg , ja mit Badenselbst ging es die letzte Zeit ebenso. Kam man auf dieprovisorische Regierung, gespannt, Aufschlüsse über die Vor-gänge in dem verbündeten Revolutionslande zu hören, sowurde man schon beim Eintritt enttäuscht durch die Frage,ob man nichts Neues mitbringe? So fehlte es an allenEcken und Enden, und jede der unzähligen Mangelhaftig-keiten wirkte letzlich am nachtheiligsten auf das Gebiet, aufdem die Entscheidung bereitet werden sollte, das Gebiet