gestalten. Dazu fehlte ihm Ueberblick, Ruhe und Nüchtern-heit. Seine militärischen Fähigkeiten zu erproben, habeichkeine Gelegenheit gehabt. Hier hatte er seiner Aufgabenach mehr die Rolle eines Kriegsministers auszufüllen.Und diesen administrativ-büreaukratischen Theil verstand er,nach meiner Wahrnehmung, ebensowenig, als die Mit-glieder des Landesausschusses. Er ließ sich vollständig indie Unordnung hineinreißen. Auch er hatte den größtenTheil des Tages Lappalien zu versehen, fertigte StundenlangUnteroffizierspatente aus, ernannte, indem er über denGang schritt, einen eben Angekommenen zum Offizier, liefdann einmal wieder hinüber zum Landesausschuß, warüber die Dispositionen im Lande selbst schlecht unterrichtet,und — was noch schlimmer — schien sich gern in mehrBeruhigung einzuwiegen, als die Zustände boten. Wenigstensnannte er mir einige Linien gesichert, von denen ich —abgesehen davon, daß ja Alles in elendem Zustande war- die Ueberzeugung hatte, daß sie selbst im Verhältnißzu den wirklichen Mitteln vernachlässigt waren. Ich sahviel kommandiren, aber keinen bestimmten Plan. Gleich-zeitig mit Fenner und — sonderbarer Weise — als ebensoselbständiger Kommandant, hatte der Pole Raquillier einenTheil der Vertheidigung, namentlich an der Nordgrenze,zu leiten. Wenn Fenner für einen Organisator zu ober-flächlich und unstät war, so hatte sein Kollege den ent-gegengesetzten Fehler. Er organisirte Raquillierwar ein bejahrter Mann, der, wahrscheinlich in der Lang-weile des Exils, einige Erfindungen gemacht haben wollte,auf die er sich Alles zu Gute that, unpraktische Geschichten,die bei ihm zu wahren Marotten geworden waren. Trag-bare spanische Reiter, an denen jeder Infanterist zehnPfund Eisen zu schleppen hätte, Bomben mit Federdruck,welche in die Erde eingegraben werden sollten, Hundeposten
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