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Eisenbahn sollte mir's nicht besser gehen. Um mich herum saßenBürger und badische Soldaten.^) Man sprach — vom Groß-herzog, daß er ein braver Mann und daß es gut sei, wenn er„bewillige". Nicht ein Mensch, der Opposition machte! Eineinziger Mann — dem Aussehen nach mochte er Kauf-mann sein — nahm keinen Theil am Gespräch. Dasschien mir ein gutes Zeichen, ich wandte mich an ihn undfragte ihn, ob er auch die Rückkehr des Großherzogswünsche? —. Ja, meinte er, eine Monarchie mit einerKonstitution ist doch immer das Beste. — Nun fing ichan, meinen guten Freund"") und seine Verlegenheit zubegreifen. In Karlsruhe — abgesehen von dem munterenTreiben der Freischaaren — natürlich dasselbe Bild wiein Mannheim . Ich ging noch spät am Abend, unmittelbarnach meiner Ankunft, in das Sitzungslokal des Landes-ausschusses, fand dort Struve, Steinmetz, Hoff, Blind""") unddrei oder vier andere mir unbekannte Gesichter. Die meistenschienen mir verdrießlich. Nur Struve war glücklich undzuversichtlich. Der Zwiespalt, der sich durch die ganzeBewegungspartei zog, hatte sich natürlich gleich von vorn-herein geltend gemacht. Die Obengenannten klagten mirüber gänzliche Unentschiedenheit, ja über kontrerevolutionäre
Von der basischen Armee war ein großer Theil auf Seiteder revolutionären Regierung getreten.*») Mördes .
***) Steinmetz war mein Universitätskamerad, von dessen Schick-salen nicht viel zu melden ist. Hoff war Journalist, Blind, Karl,noch heute in London lebend, war als ganz junger Mann inMannheim in die Bewegung als einer der feurigsten Demokrateneingetreten, hatte an allen bewaffneten Erhebungen seit dem erstenAufstand unter Heckcr sich betheiligt. Bei einem zweiten Aufstandwurde er in Gemeinschaft mit Struve nach dem Waffenstillstand vonMalmoe in Stauffen besiegt und zu langjähriger Zuchthausstrafeverurtheilt. Die Erhebung von 1849 befreite ihn aus dem Gefängniß