— 103 —
Velleitäten in der Fraktion Brentano . Ich bin nichtgenug in die badischen Verhältnisse eingedrungen, umin der großen Kontroverse, die sich an jene Meinungs-verschiedenheit anknüpfen wird, ein Urtheil abgeben zukönnen. Meine Sache ist einzig, das Benehmen Badensgegenüber der Pfalz zu schildern, und allerdings hier fälltder Partei Brentano , die doch das Regiment in den Händenbehielt, mehr als Unentschiedenheit zur Last. Nur dasmuß ich noch zur Steuer der Wahrheit hinzufügen, daßich im Oberlande, schon von Karlsruhe aufwärts, selbstnach den ersten Niederlagen der Sache der Revolution,den Geist des Volkes ganz vortrefflich fand und darausdeu Schluß ziehen mnß, daß die Halbheit nicht auf dasFundament des Landes gegründet war, wie in der Pfalz .Am nächsten Morgen begab ich mich zur Erfüllung meinerMission in den Landesausschuß. Ich trat ein und —welch' Erstaunen - fand eine Regierung von mehr alszwanzig Menschen versammelt. Ich stattete meinen Be-richt ab und knüpfte daran den Vorschlag, sofort Badenund die Pfalz für ein einziges Land zu erklären, alle
von Vruchsnl. Er schloß sich der Partei Struvc an, welche gegenBrentano als zu gemäßigt Opposition machte, dieser schickte ihn alsAgenten nach Paris. Nach den Junitagcn ließ ihn General Cavaignac verhaften. Im August darauf wurde er freigelassen aber des Landesverwiesen und ging nach Brüssel , von wo er 18S2 abermals aus-gewiesen nach London übersiedelte. Er hatte schon während derRevolution die geschiedene Frau des Bankiers Cohn in Mannheim ,eine enthusiastische und gebildete Dame, gcheirathet. Ihr Sohnnahm den Namen Blind an und machte das Attentat auf Bismarckim Jahre 1366, nach dessen Mißlingen er sich tödtete. Blind selbsthat zu allen Zeiten im Ausland die Sache Deutschlands mit feurigemPatriotismus vertreten, sich auch auf verschiedenen wissenschaftlichenGebieten, historischem und lingnistischcm, als Forscher und unermüd-licher Schriftsteller einen ehrenvollen Ruf erworben.