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Grenzmarken zu vernichten und überhaupt die Vereinigungin allen Punkten durchzuführen. Der Vorschlag rief beidem größeren Theil schiefe Gesichter hervor. Das sei vorder Hand nicht nöthig, meinte man, sei späteren Zeitenvorzubehalten und dergleichen mehr; man wolle nur einmilitärisches Schutz- und Trutzbündniß abschließen. Dabeiblieb es denn auch. Als den Anfang einer Ausführungersuchte ich nun den Kriegsminister Eichfeld, mir gegenBezahlung eine Anzahl Waffen für die Pfalz zu über-lassen, erhielt aber auch als Anfang der abgeschmacktenPolitik, welche von badischcr Seite durchaus gegen diePfalz verfolgt wurde, den Bescheid, daß ich kein Stück er-halten könne. In Baden waren gleichwohl große Vorräthe,und wenn es auch wahr ist, daß man unter solchen Um-ständen nie zu viel und fast nie genug Waffen haben kann,so war bei dem furchtbaren Mangel, der in der Pfalz herrschte, bei einem so riesenhaft ungleichen Verhältniß, dieWeigerung dennoch höchst ungegründet und unvernünftig.Ich wollte dem Minister die Lage der ganzen militärischenDispositionen ausführlich schildern, allein er mochte michnicht anhören, entschuldigte sich mit Geschäften und triebsich in den paar Stunden, wo ich mich noch in den um-gebenden Zimmern des Sitzungssaales aufhielt, in lauterkleinen Geschäften, in Zwiegesprächen mit Unteroffizierenoder Neuangeworbenen umher, Dem ein paar Schuhe,Jenem eine Flinte anweisend, kurz in denselben kleinenWirrwarr eingewickelt, auf welchen man eben allenthalbenstieß, wo die Menschen zu unbedeutend für die Verhält-nisse waren.
Verstimmt und überdies körperlich leidend reiste ichvon Karlsruhe ab und kam, nachdem ich noch IV2 Tagein Mannheim im Bette zugebracht und von da meine un-tröstlichen Berichte nach Kaiserslautern abgeschickt hatte,