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gewendet. Nach langem Flehen, nach unzähligen Grob-heiten, denen sich die pfälzischen Abgesandten ausgesetztsahen, verstand man sich endlich dazu, gegen Bezahlungsechs Sechspfünder und zwei Haubitzen zu überlassen, undzwar hat man nicht vergessen, anfänglich schön kaufmännischzu überfordern. Endlich war der Handel abgemacht. Daman in der Pfalz jeden Augenblick einen Angriff zu ge-wärtigen hatte, so verlangten die, welche die Kanonenholten, einen Extrazug von Karlsruhe nach Mannheim aufder Eisenbahn . Allein Herr Brentano mochte sich nichtdazu verstehen. Der Bahndirektor habe ihm gesagt, wenndas so fortgehe mit Extrazügen, sei die Bahn in achtTagen ruinirt! Die Kanonen sollten im Lauf zweier Tagegelegentlich mitgefuhrwerkt werden. Glücklicher Weise kamJemand auf den Einfall, zu bemerken: wenn man mit derAusführung so lange zögere, so könnte der Feind von demTransport Wind bekommen und das Geschütz abfassen. DasMittel zog; nun wurde ein Extrazug gegeben. In dieser Weisedrehte sich stets der Pfalz gegenüber die Brentanosche Regierungin den engherzigsten und abgeschmacktesten Geldberechnungenherum. Ein Anlehen von 25 000 fl., welches die pfälzischeRegierung in ihrer bittersten Noth bei Baden machenwollte, ward hartnäckig verweigert, und doch lagen dortviele Hunderttausende. — Einige Zeit, nachdem ich inAusruhe mit dem Anerbieten einer Vereinigung abgewiesenwoLSen war, wurde von dem badischen Kriegsausschuß,Sigel, Werner,*) Goegg,"") ein Gesandter nach der Pfalz ge-
Werner war vor dem Aufstand Advokat in Oberkirch , spieltedann eine große Rolle als Agitator, war Mitglied der Regierungund stand schließlich auch im Felde.
Goegg, Amandus, früher Cameralpraktikant, das ist eineerste Stufe des Finanzbeamten, war Finanzminister der provisorischenRegierung, zog sich später nach der Schweiz zurück und lebte theils