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3 (1895) Politische Schriften von 1848 bis 1868
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Waffenvorräthe aller Art, nebst Munition, dort warenTruppen, die nach dem Uebergang des Platzes selbst in dieRevolutionsarmee eintraten, dort endlich waren strategischeStützpunkte ebenso nützlich in der eignen, als gefährlich infeindlicher Hand. Der Landesausschuß war durch denUebertritt des Militärs allzu sicher geworden. In der Thatwar die Haltung der baierischen Soldaten die merkwürdigsteund erfreulichste Erscheinung, welche in der ganzen Bewe-gung auftauchte und in einem starken Widerspruche zu demGeist der Bevölkerung im Allgemeinen stand. Zwar leisteteauch die große Mehrzahl der Beamten der provisorischenRegierung den Eid des Gehorsams. Doch liegen zwischendiesem und jenem Akt der Ergebenheit noch viele mächtigeUnterschiede. Während bis dahin die deutschen Soldatensich stets auf das Stupideste zu allen Angriffen auf's Volkhatten gebrauchen lassen, war eine unabhängige Gesinnungunter den Beamten und namentlich in deren unteren Kate-gorieen durchaus nichts Seltenes. Namentlich waren esdie durch Pfaffen- und Büreaukratenherrschaft seit ewigenZeiten gehetzten Lehrer, welche in der Pfalz, wie fast über-all, freisinnig, bei der Beeidigung durch ihr massenhaftesBeispiel einen bedeutenden Impuls gaben. Dann auch istes an und für sich schon etwas viel Gelinderes, als Beamterder in den faktischen Besitz getretenen Regierung sich unter-werfen, denn als Soldat aus der Reihe und zum Volküberzutreten, und endlich wurde den Beamten durch dieAndrohung der Absetzung ein Zwang auferlegt, dem alleinauch die meisten wichen, während man dem zum Volk hin-neigenden Soldaten nicht im Geringsten entgegenkam, son-dern beinahe vermied, sie in Versuchung zu führen. Icherinnere mich zweier Fälle der Art, in denen mir der Ver-stand still stehen wollte über die Art, wie diese Sache vonden Ausschußmitgliedern behandelt wurde. Der erste Fall