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3 (1895) Politische Schriften von 1848 bis 1868
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loyal sei, und zu dem Lieutenant sagte: er könne sich ebenleicht aus der ganzen Verlegenheit helfen, wenn er dieTruppen auf die Verfassung schwören ließe; dann trätensie in den Dienst des Ausschusses, der für Ordnung sorgenwürde. Die Wendung war zu schlagend, als daß nichtdie Anderen das Komische ihrer vorhergegangenen Ein-willigung hätten fühlen müssen. Alle gingen sogleich aufdiesen Ton ein. Mein Lieutenant, der sich schon auf demTrockenen geglaubt hatte, schnitt ein saures Gesicht undmachte allerhand bescheidene Einwendungen, aber schon starkgenug, um die Loyalität der Ausschußmänner wiederheraufzubeschwören. Allerdings hieß es ist eseine Sache, zu der wir Sie nicht überreden wollen; Siemüssen sich das überlegen, wir begreifen Ihr Bedenken,und dergleichen mehr. Der Offizier entfernte sich höflichbekomplimentirt. Vergleiche man dies Verfahren und dasgegen den Spion Graf Johner, welcher in Begleitungzweier Freischärler spazieren und in die Wirthshäuser gehendurfte, mit der Behandlung, welche die fürstlichen Heere,die Stützen des Gesetzes und der Ordnung, dem Gefan-genen, ja nur dem Bewohner des insurgirten Landes an-gedeihen lassen. Die dreißig Mann gingen trotz all dem docham folgenden Tag über und der Offizier ungehindert, wohiner Lust hatte. Diese Leichtigkeit, womit die Soldaten ge-wonnen wurden oder eigentlich sich anboten, bestärkte ebenden Ausschuß in seiner Passivität, mit der er nun auch nochLandau uud Germersheim zu erwerben gedachte. So oftman fragte: Wie steht's mit Landau ? gaben die Ausschuß-leute mit behäbigem Lächeln zur Antwort: Das kommt vonselbst. Uns Andern schien das doch etwas problematisch,und ebenso glaubten wir, daß nicht viel Zeit zu ver-lieren sei.

Fast alle einzelnen Korps gingen mit dem Gedanken