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Einige Kartätschenschüsse folgten; S. trat an das zweitePallisadenthor, riß mit den Händen zwei Pallisaden wegund rief: „Folgt mir, Landau ist unser!" Aber auf dieersten Schüsse hin hatte sich die außerhalb der Thore auf-gestellte Masse rasch zurückgezogen. — Blenker sah sich mitseinen paar Soldaten verlassen uud mußte nun aus dieserPosition, die beinahe schon Alles entschieden hatte, sichebenfalls zurückziehen; er selber trug einen Prellschuß ander Hand, zwei seiner Begleiter trugen ernstere Wundendavon, der Paletot von S. war von fünf Kugeln durch-löchert.
Die weiter zurückstehenden Abtheilungen, wobei unsereScharfschützen waren, hatten, als Blenker vorging, Ordreerhalten, nachzurücken, um — so sicher war er des Er-folges — die fliehenden Offiziere aufzufangen. So wiesie in das Bereich des Geschützes kamen, ward ein an-haltendes Feuer von Kartätschen und Sechspfündern aufsie gerichtet. Unkundig der unseligen Wendung, welche dieSache inzwischen an den Thoren der Festung genommenhatte, rückten sie mitten in diesem Feuer muthig vor, bisBlenker selbst ihnen entgegenkam und mit den Worten:„Die Sache ist verloren" den Rückzug anordnete.
Wie leicht es war, Landau zu nehmen, muß geradeaus diesem mißglückten Versuche in die Augen springen.Wo es möglich war, so im Spiele bis zu einem Punktevorzurücken, den eine Sturmkolonne sonst wohl als dasUnterpfand des Sieges hätte am härtesten erkämpfen müssen,da durfte wahrlich der Angriff nicht mißlingen. Und erkonnte es auch nicht, wenn man nicht so gräulich im-provisirt hätte, sondern irgend ein vorbedachter Zusammen-hang, eine gleichzeitige Bewegung aller aufgestellten Mann-schaft und ein Scheinangriff auf die entgegengesetzte Seiteder Festung angeordnet worden wäre. Letztere war so