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vom Ende der Landauer Expedition hörten, marschirten siewieder nach Germersheim hinein. Kein Soldat ging vonda an mehr über. — Die badische Oberleitung benahmsich hier, wie in allen Punkten gegen die Pfalz , zu ihremeigenen Nachtheil. Hatten die Pfälzer ohne Geschütz undmit wenig regulären Truppen noch irgend welche ungünstigeChance zu laufen, so war mit Hülfe Badens, das beideMängel ersetzen konnte, die Einnahme von Landau und inFolge derselben auch die von Germersheim gewiß. Andem Tag, wo die Preußen in Kaiserslautern eingerücktwaren, entschloß man sich in Baden, zwei Bataillone undeinige Artillerie zu den damals vor Landau liegendenPfälzern zu schicken, die natürlich am Tag darauf wiederüber den Rhein zurückkamen. Von Germersheim ausempfing Baden den Todesstoß.
Das Mißlingen der Operation von Landau gab denäußeren Anlaß zum Rücktritt Fenners. Dieselbe war ohnesein Vorwissen unternommen worden, aber mit Billigungder provisorischen Regierung. Der Grund war, daß dieRegierung kein Vertrauen zu Fenner hatte. Es kam zueiner heftigen Szene, und Fenner verlangte und erhieltseinen Abschied. Einige Worte, die er in der Hitze hinwarf,zogen ihm eine kurze Haft zu. Er trat hernach als ein-facher Wehrmann ein, gab's aber natürlich bald wiederauf und zog sich vom Schauplatz zurück.
Aus der Abwicklung aneinanderhängender und aus-einanderfolgender Vorgänge, wie ich sie im Auge hatte, istmir unter der Hand nur ein Rundgemälde von Zuständengeworden. Es ist nicht meine, es ist die Schuld der That-sachen . Es ging eben weder von selbst, noch durch Be-rechnung irgend Etwas zusammenhängend vorwärts; esgab nur Zustände und Episoden. Man wartete, pfuschte,keuchte, tastete, hoffte, — es marschirte nichts als die Zeit.
Ludwig Bamberger'ö Ges. Schriften. III.