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3 (1895) Politische Schriften von 1848 bis 1868
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gebracht werden, wo es allein von Nutzen war, nämlich zurErlernung der Bewegung in Massen. Ewig in kleine Plätzezerstreut, die höchstens 200 Mann Einquartirung vertrugen,außerdem durch Ordres und Kontreordres hin und hergeworfen, und zugleich in zivei, drei Gegenden vertheiltweil zu zwei und dreierlei Zwecken bestimmt, konnte dasKorps nie zusammengebracht und zur Bewegung im Bataillonvereinigt werden. Endlich fehlte die militärische Oberleitung,denn nicht nur wir, sondern jeder einzelne Wehrmann be-griff, daß unser Kommandant dem Posten lange nicht ge-wachsen sei. Auch das trug viel zum Mißmuth der Leutebei. Eine gute Waffe in der Hand und einen Führer ander Spitze, hätten sie alle Leiden gern ertragen. An Auf-opferungsfähigkeit hat es wahrlich nicht gefehlt. Die Mann-schaft ertrug ohne Ausnahme die fabelhaften Strapazen,Hunger, Nässe, Ermüdung ohne viel Aufhebens, und eswaren doch größten Theils Leute, welche zu Hause an dieBequemlichkeiten eines bürgerlichen Lebens gewohnt waren,welche Geschäft und Familie auf so lange im Stich ließen,um sich diesen Leiden zu unterziehen. Aber je mehr wirdie Tüchtigkeit dieser Männer anerkennen und bewun-dern mußten, desto schwerer lastete auf unserem Herzen dieVoraussicht, daß der Keim des Verderbens unrettbar indem Grund aller dieser Anstalten liege. Alle Plagen undQuälereien jener dornenvollen Verwaltung waren Nichtsgegen die Pein des inneren Kampfes, welcher sich feindlichzwischen unserer Einsicht in die kommenden Dinge und demlait ÄLcorQxli dieser Betheiligung erneuerte. Die ewigeGeldnoth steigerte die Unbehaglichkeit. Der Gedanke, dasKorps aufzulösen, schwebte als eine beständige Versuchungum uns herum. Endlich erklärte sich Zitz entschieden da-für, daß wir als oberleitendes Komitee zurücktreten, dem Korpsdie offizielle Eigenschaft einer besonderen rheinhessischen Legion