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entziehen und den Einzelnen und dem Ganzen es über-lassen sollten, direkt in pfälzische Dienste zu treten. Ich sahein, daß Zitz Recht hatte und bekämpfte dennoch den Vor-schlag; denn, daß eine Auflösung des Korps daraus folgen,daß diese Maßregel um so schlimmer auf die ganze Pfalzwirken würde, als man gerade auf uns das Hauptgewichtlegte, das war gewiß. Und wiewohl ich ihm zugestehenmußte, daß die Sache auch bei Unterlassung dieser Maß-regel verloren wäre, sträubte ich mich dennoch gegen dieMission, ihr den ersten Stoß zu geben. Aber die Geld-verlegenheiten und die Unzufriedenheit im Korps wurdenimmer größer. Zu uns kam Jeder, der Etwas wollte;man konnte keinen Schritt gehen, ohne angehalten zu werden:Sehen Sie, Bürger, das Schloß an meiner Flinte taugtnicht, wie soll man damit im Felde stehen? — Sehen Sie,ich gehe seit drei Tagen auf den nackten Füßen. — SehenSie, ich habe kein Hemd, — ich habe keine Patrontasche, —ich habe in 14 Tagen keinen Sold bekommen — mir wackeltdas Bajonnet — und so in's Unendliche. Während so Jedervon uns verlangte und im Weigerungsfalle uns mit An-klagen und Vorwürfen überhäufte, als seien wir Disponentenüber eine Staatskasse, mußten wir jeden Kreuzer in Kaisers-lautern erbetteln. Dies machte die weitere Dauer der eigenenVerantwortlichkeit wirklich zu einer förmlichen Unmöglichkeitund gab zugleich eine mildere Einkleidung für die ganzeOperation an Handen. Ich gab also nach und ging wiedereinmal nach Kaiserslautern . Es war dies am 2. Juni,12 Tage vor dem Angriff der Preußen. Ich stellte derprovisorischen Regierung die Sache so erträglich als möglichvor und sah zu meinem Erstaunen, daß sie mit Leichtigkeitdarauf einging. Reichard begleitete mich zum General Sznaide,um auch mit diesem die nöthigen Verabredungen zu treffen.Der aber merkte gleich bei den ersten drei Worten, welche