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was geschehen solle, stellte er sich an die vorderste derin einigen Zwischenräumen aufgestellteuKompagnien, komman-dierte: links um marsch! nnd zog mit ihr im Eilschrittauf dem Wege nach Morschheim ab, ohne sonst irgendEtwas anzuordnen. Zitz und ich schlössen uns an. Alswir eine Weile marschirt waren, kam uns bereits einWagen mit einem Todten entgegen, und in einem kurzenZwischenraume folgte die Kompagnie, welche nach Morsch-heim dirigirt worden war, selber nach. Erstaunt fragtenwir nach dem Grund dieses Rückmarsches und erfuhrennun den Hergang der Dinge in folgender Weise: DieKompagnie war, nichts Böses ahnend, vor Morschheim angekommen. Der Hauptmann hatte aus Nachlässigkeit,oder, wie er sich nachmals entschuldigte, weil er sich aufAndere verließ, die gewöhnlichen Vorsichtsmaßregeln einerVorhut u. s. w. versäumt, und ließ die ganze Compagnieunter Trommelschlag auf das Dorf zu marschiren, alsplötzlich dicht am ersten Hause aus einem Kornfelde eineSalve fiel, die einen Mann tödtete und zwei leicht ver-wundete. Im selben Augenblick sprangen etwa 15 MannPreußen aus dem Korn auf und liefen davon. Der Vorfallist besonders deßhalb bezeichnend, weil ohne ein ver-rätherisches Einverständniß oder mindestens ohne ver-rätherisches Stillschweigen der Dorfbewohner unsere Leutenicht in die Falle gekommen wären. Einige der Unserensendeten den Fliehenden Schüsse nach, mit welchem Erfolgist zweifelhaft. Die große Zahl der Kompagnie aber warso erschrocken, daß sie auf der Stelle umkehrte. Als wirihnen nach Anhörung dieses Berichts eben deßhalb Vorwürfemachten, war die Antwort, wie immer: „Wir fürchtetenumgangen zu werden". Diese Gefahr, welche in der Thatüberall wegen der Mangelhastigkeit der Führung und derSchwäche der Zahl vorhanden war, demoralisirte eben