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war nicht die kleinste Labung an Speise oder Trank fürsie aufzutreiben. Keine Veranstaltung war getroffen, daßsie unter Dach und Fach kämen. Von Morgens 9 bisMittags 3 Uhr kampirten die Leute, welche zum Theilschon fünf Stunden marschirt waren, auf einer nassen Wiese,ohne einen Bissen Brod oder einen Schluck Bier zu er-häschen, in der Sonnenhitze. Ruppert stand, wie immer,unbeweglich und stumm bei unserem Korps und wußtenicht, was geschehen solle. Es schien mir eine gewagteSache, sich darauf zu verlassen, daß überhaupt vom pfälzi-schen oder badischen Oberkommando irgend eine Ordrekommen werde; die Kompagnieen unseres Korps fingen be-reits an, sich zu verlaufen, indem Einzelne nach der nochüber eine Stunde entfernten Stadt gingen, um sich zu er-frischen; ich sah, daß es hier, wie überall iu solchem Wirr-warr galt, sich selber zu helfen. Ich hielt den ersten bestenWagen an, aus welchem eine schwarzroth-goldne Schärpeherausguckte. Es war gerade Brentano , der darin saß.Ich bat ihn, auszusteigen und mir eine Ouartieranweisung sürunser Korps zuschreiben. Er entsprach meinem Wuusch, dieOrdre wurde auf Neurath, ein Dorf eine halbe Stundenördlich von Knielingen , ausgestellt; ich raffte die Kompagnieenzusammen und führte sie hin. Der Bürgermeister war nicht aufEinquartierung vorbereitet. Der Wirrwarr erneuerte sichalso hier, die Einwohner, ebenfalls nicht in Kenntniß ge-setzt, hatten weder Lagerstätten noch Speise, und zudemgab Brentano einige Minuten später auch dem Blenker-schen Korps Anweisung aus dasselbe Dorf, das bei einerkrassen Armuth nun plötzlich zwölf- bis dreizehntausendMann beherbergen sollte. Das loyale Karlsruhe, daswenig Einquartierung hatte, wurde dagegen verschont. DieNahrung, welche unsere Leute nun endlich fanden, bestandin saurer Milch und — Salat. Der vierte Theil saß bar-