welche von dem äußersten Flügel der liberalen Seite aufden Parlamentarismus eindringen, so bin ich wahrlich innoch größerer Verlegenheit, Einrichtungen zu bekämpfen,welche uns an dessen Stelle geboten würden, denn ich ver-misse jede positive Andeutung von dieser Seite. Ich habeselbst in einem umfangreichen Werke, das ein gewissenhafter,geistvoller und sachkundiger Demokrat gegen den Parla-mentarismus mit besonderer Hinweisung auf England ge-schrieben hat (Bucher, der Parlamentarismus) vergeblichnach Etwas gesucht, das wie ein Ersatzmittel aussähe. Inder That liefert mir meine Fantasie keine Erfindung, welcheaus etwas Drittes neben dem Absolutismus und der Volks-vertretung hinausliefe, und ich brauche mich wohl nicht zuverachten, wenn ich nicht erfinderischer bin als die ganzeWeltgeschichte vor und nach Christi Geburt , diesseits undjenseits der Meere. Wäre es — vom Wünschenswertennicht zu reden — möglich, die Welt aus lauter Kantönli'szusammengesetzt zu denken, so möchten allerdings Urver-sammlungen statthaft erklärt werden, obgleich vorauszusehenist, daß auch in diesen ein beträchtlicher Teil der Mißbräuchewieder auftauchen würde, welche man den repräsentativenVersammlungen zur Last legt. Aber in der Welt desmassenhaften Zusammenwirkens und des allseitigen Jn-einandergreifens ist Staat und Großstaat ein und dasselbe,sind die kleinen Souveränetäten nur zwerghafte Bildungenohne die Grundbedingungen innerer Entwicklung undäußeren Bestandes. Die unabweisbaren Erfordernisse desGroßstaates und der Selbstverwaltung begegnen sich ganzausschließlich in der Volksvertretung.
Auf die Schelme, welche uns das parlamentarischeLeben verleiden möchten, will ich nicht weiter zurückkommen.Forsche ich aber dem Gedankengang nach, welcher mehr alseinen ehrlichen Mann dahingebracht hat, unser Heil vonirgend einer andern Methode auf unklare Weise zu erwarten.