ein böses verderblich. Von der blos formalen Sicherheit,welche eine geängstete und kurzlebige Bürgerschaft für sichverlangt, bis zu der allerengherzigsten Selbstliebe, welchejeden Einzelnen wieder nur mit seinem isolierten Behagenohne Rücksicht auf seine Mitbürger beschäftigt, ist nur einSchritt und ein ganz konsequenter. Sodann wiederum vonder Engherzigkeit dieser auf das alleinige Selbst ein-geschränkten Aufmerksamkeit bis zu der Kurzsichtigkeit, welchenur um die nächsten Stunden dieses nämlichen Ichs besorgt ist,führt ein zweiter nicht minder konsequenter Schritt zum auf-lösenden, durch und durch zerstörenden Atomismus. Aufsolchem Zersetzungsphänomen richtet dann triumphirend derAbsolutismus seine Blendwerke aus und giebt jedem nurum seine nächste Minute beschäftigten Philister irgend einenmonumentalen Augentrost. Es genügt, die Straßen mitGas zu beleuchten, damit in allen Köpfen sofort die Nachtheraufziehe, die Nacht der Blindheit, der einsamen Absperrungund der Angst. Unsere Gesellschaft war nach den Prüfungender achtundvierziger Jahre in die verzweifelte Stimmungdes Wanderers gekommen, welchen auf winterlichem Marscheder Schlaf überfällt. So sehr er auch die Warnung kenne,sich nicht dem verräterischen Ruhebedürfnis hinzugeben, erfühlt nur die Pein und das Verlangen des Augenblicks undsinkt in die Arme des Schlafes, in dessen Schatten der Todlauert. Recht kurzatmig und verzärtelt hat sich dabei auchdas Zeitalter bewiesen, von der Kurzsichtigkeit nicht zu reden.Was frühere Geschlechter nm einer guten Sache willen aus-gehalten, wie lange sie ihre Freiheit oder ihre Religion unterEntbehrungen und Erschütterungen verteidigt, daran dachteniemand, und kaum fällt es hinterher jemandem ein, zuPrüfen, ob denn mit dem Verzicht auf alle politischen Güterdie heilige Lade der polizeilichen Ordnung und des unge-störten Verkehrs in der That auch so lange geborgen gewesensei? Im Jahre 1852 wurde, um den beliebten Salbungs-
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