Druckschrift 
3 (1895) Politische Schriften von 1848 bis 1868
Entstehung
Seite
260
Einzelbild herunterladen
 

/

260

als es selbst sein will. Wir sind hier despotisirt in Frank-reich , sehr wahr; aber nnter uns hol mich der Teufel!wir sind es nur, weil wir es sein wollen, ich kann es nichtleugnen. Die Bauern haben einen Napoleon gewollt unddie Bourgeois eine Ordnungsgeißel, und wenn sie ihn auchheute etwas weniger mögen als vor zehn Jahren, er stehtihren Wünschen noch immer näher als das unbekannte Etwas,das sie hinter ihm sehen. Seien Sie überzeugt: Louis Na-poleon bleibt keine vier Wochen länger daran, als Bürgerund Bauer ihn ernstlich behalten wollen. Aber so etwas wiein Kurhessen, wie in einem großen Teil Deutschlands über-haupt, daß neunundneunzig Hundertteile der Nation sich überdie Verwerflichkeit eines Systems klar sind, daß sie sichjeden Morgen über dasselbe ärgern, und daß es dennochobenauf bleibt, das begreift man sonst in der Welt nichtmehr."

Aber in England ", sagte ich,begreift man es doch;denn in diesem Lande, das entschieden so hoch über EuremFrankreich steht, ist die Ansicht völliges Gemeingut geworden,daß es besser sei, irgend einen Mißstand zwanzig Jahre langmittelst des sich ausbreitenden Bewußtseins zu untergraben,als seine Abschaffung von dem zufälligen Ausgang einesHandgemenges abhängig zu machen. Das höhere Leben derNation beginnt erst, wenn ihr Wohl und Wehe nicht mehrim Spiel der Revolution gewonnen und verloren wird. IhrFranzosen seid Spieler; Ihr liebt die Börse und die Re-volution und den Krieg aus demselben Grunde. Totgeschossenoder dekorirt, bankerott oder Millionär zu werden, das istEuer Element. Es ist viel schön Menschliches darin, aberes ist nicht Jedermanns Sache; und schließlich, um auf Ihrenletzten Satz zu antworten: ein Volk, das unterdrückt wird,obgleich es einstimmig der Freiheit huldigt, ist mir lieberals eiu Volk, das frei sein könnte und nicht frei sein will."

England !" rief Grsgoire,immer das verfluchte Eng-