— 263 —
Gefimmngstreue hat, als beide, der koi Mlosopbs, derKönig Leopold , ist am besten mit sich und den Seinen aus-gekommen."
Ein älterer Herr, welcher bisher nur wenig mitgeredet,aber aufmerksam zugehört hatte, ebenfalls Franzose, nahmnun das Gespräch auf und sagte: „Ich bin 1859 in Italien und 1861 in Deutschland gewesen; ich habe den Enthusias-mus für Viktor Emanuel und den für Ihren König" (dennda ich weder ein Bayer, noch ein Österreicher bin, so pasfireich stillschweigend für einen Preußen und lasse es mir gerngefallen) „in der Nähe gesehen. Ich kann Sie versichern,meine Herren, daß ich beide Monarchen für durch und durchhonnette Menschen halte, und was Wilhelm I. betrifft, sobin ich überzeugt, daß er nicht bloß an sein gutes Recht,sondern auch an den Beifall der größeren Anzahl seinerUnterthanen glaubt." — „Wer glaubt nicht an sein Rechtund an den Beifall der Menge?" fiel Herr Gr«goire da-zwischen. „Was mich betrifft, ich bin fest überzeugt, savseompar^son, daß selbst Herr Mirss sich für eine gekränkteund populäre Unschuld hält. Sein Advokat hat mirs erstgestern bestätigt."
„Mit dem guten Glauben eines deutschen Regenten",sagte ich, dazwischen tretend, „hat es seine ganz besondereBewandtnis, und er hat noch eigentümliche Gründe für sich.Meine Landsleute ernähren ihre politische Substanz noch mitso unschuldiger Ammenmilch, daß sie das Zujubeln und Ver-traneneinblasen für das sicherste und himmlischste Mittelhalten, einen Souverän auf ihre Seite zu bekommen. AlsKönig Wilhelm an die Regierung kam, war er sowohl, alsdie Mitwelt alt genug, um genau wissen zu können, wie ergesinnt sei. Die Deutschen aber, und nicht blos die Preußen ,glaubten ihn zu einer Art männlicher Viktoria umschaffen zukönnen, wenn sie ihn mit ihrer begeisterten Fortschrittslungeanschrieen; sie huldigten dem König, wie sie ihn wünschten.