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3 (1895) Politische Schriften von 1848 bis 1868
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den Pfahl ins Fleisch bohrt, den sie nach ihren Leidens-genossen zu zucken scheint. Man muß allerdings mehr nachErlösung dürsten, als die mit tausendjähriger Zukunfts-entwicklung leicht vertröstlichen Politiker, um zu begreisen,daß auch hier die höchsten Unbilde dem höchsten Recht ent-sprach. Es bedarf übrigens im Großen und Ganzen natür-lich nicht der Rettung eines Andenkens, dessen Ruhm in denunauslöschlichen Erfolgen einer in ihrer Weise unerreicht ge-bliebenen, heilsamen Wirksamkeit gesichert ist. Aber da esab und zu doch nicht an vornehmen Naserümpfen: mangelt,welche sich ob der nicht stets olympisch ruhigen Prozedur desMannes mit beleidigtem Geschmack abwenden, so möge zumÜberfluß hinzugesetzt werden, daß Niemand mehr bestimmtist. dem Lose des Veraltens anheimzufallen, als wer demBedürfnis seiner Zeit am hingehendsten gedient hat. Auchder Tagesschriftsteller ist ein Stück jenerlustigen Person",welche ihre ganze Kraft zum Besten der Mitlebenden ver-ausgabt, und wie im Flug des Blattes, so im Flug desEindrucks hinstirbt. Man kann nicht seiner Mitwell so eifrigdienen, ohne auf den vollen Beifall der Nachwelt zu ver-zichten, gleich wie man nicht Goetheisch klassisch sein kann,ohne etivas Goetheisch unempfindlich über den Schmerzenseiner Zeit zu stehen. Wenn wir bedenken, was seit Annodreißig aus den Herren Jarke, Mcnzel und Konsorten ge-worden ist. so werden wir uns vielmehr erstaunen, wie lesbarnocb immer die Blätter sind, auf denen jene eine so breiteRolle spielen. Die in unserem Eingang aufgestellten WorteRobert Emmets, welche mit unbeirrbarer Festigkeit die Grenz-linien ziehen, jenseits derer durch den Ernst des Kampfesund durch die Lage des Unierdrückten das Spiel der Satiresich von selbst verbietet, können nicht besser ergänzt werden,als durch den klassischen Passus, iu welchem der vielleichtkompetenteste aller hier Berufenen das Recht auf die Hand-habung des Scherzes in der Polemik verteidigt. Man lese

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