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3 (1895) Politische Schriften von 1848 bis 1868
Entstehung
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276
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den vortrefflichen elften ans Pascals Provinzialbriefen, dessenJnhaltsumschreibung der Autor also betitelt:Daß es er-laubt ist, die lächerlichen Irrtümer durch Spottreden zu wider-legen. Vorsicht, mit der es geschehen muß". Es kostet wirk-lich Überwindung, hier nicht den herrlichen Brief von Anfangbis Ende einzuschalten, und es möge wenigstens dem Leserdas Vergnügen nicht vorenthalten bleiben, die von Pascalselbst wiederum angezogene schlagendste Stelle aus Tertullians Apologetik kennen zu lernen:

Was ich gethan habe, ist nur ein Spiel vor einemwahrhasten Kampf. Ich habe einstweilen immer noch erstdie Wunden angedeutet, die man Euch beibringen könnte,vielmehr als daß ich Euch deren wirklich beigebracht hätte.Wenn Stellen vorkommen, bei denen man sich zum Lachengereizt fühlt, so kommt es daher, daß die Gegenstände selbstdazu aufforderten. Es giebt vielerlei Dinge, die es ver-dienen, daß man solchergestalt Spiel und Spott mit ihnentreibe, auch daß man ihnen nicht ein unverdientes Gewichtgebe, indem man sie ernsthaft angreift. Nichts gebührt derEitelkeit mehr, als verlacht zu werden; und der Wahrheitsteht das Lachen ganz eigentümlich zu, weil sie fröhlichenSinnes ist, wie ihr auch zukommt, mit ihren WidersachernScherz zu treiben, weil sie des Sieges gewiß ist. Es istwahr, daß man Acht haben muß, keine Späße zu gebrauchen-welche niedrig und der Wahrheit unwürdig sind. Aber bisauf diese Ausnahme ist es, so oft man sich der Laune ge-schickt bedienen kann, eine Pflicht davon Gebrauch zumachen."

Nicht blos also zur Selbstbefreiung durch Selbstkritikist das Mittel des Humors am Platze, sondern auch nachgereiftem Rechtsbewußtsein zum Angriff auf den Gegner.Hier aber mit der Unterscheidung: vor dem eigentlichenKampf, wie der Kirchenvater so treffend erläutert; und auchwährend des Kampfes wollen wir hinzusetzen, je nach der