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3 (1895) Politische Schriften von 1848 bis 1868
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dreinschlägt. Allenfalls wird die Sache noch in religiöseAussprüche gehüllt, deren Konsequenz uns gradezu auf dieWiedereinsetzung der gerichtlichen Zweikämpfe und der Gottes-urteile mit Wasser und Feuer zurückführen müßte. Daßeine Nation körperlich gesund und mannhaft sein müsse,um zum Vollgenuß und zur Sicherheit ihres Daseins zugelangen, wird Niemand abstreiten. Je höher ein Volk inder Intelligenz gediehen ist, desto mehr würdigt es dieTugend physischer Ausbildung, das alte Griechenland wiedas neue England . Die modernste Wissenschaft, die National-ökonomie, und die modernste stoffergebene Philosophie lausenschließlich auch hinaus auf die Verbesserung der körperlichenGrundlage der Heersubstanz. Und wie der am einsichtvollstenverwaltete Staat auch die besterzogene und bestverpflegteArmee auf die Beine bringen muß, so werden auch die best-erleuchteten Köpfe den bestgenährten Muskeln den Gegen-dienst erweisen. Es ist in keiner der offiziellen Ansprachenhevorgehoben worden, aber es wird ohne Hochverrat erlaubtsein, die Lesart von der göttlichen Hilfe aus der Religionin die Moral zu übersetzen und das Wunder des Erfolgeszunächst in der Intelligenz zu suchen, welche in der Organi-sation und in der Zusammensetzung der Massen waltete.

Die Demut nennt es Gotlesgnad',Die Mißgunst nennt es Hinterlad',Die Menschen nennen es Denken.

Der zweite Trugschluß, vor dem wir uns zu bewahrenhaben, ist der von der Unvermeidlichkeit dieses bestimmtenKrieges. Daß ein Krieg notwendig war, um Österreich un-schädlich zu machen, ist gewiß. Aber wir lassen nicht daranrütteln, daß den Bevölkerungen aller rein deutschen Ländergegenüber ein treues Handreichen genügt hätte, wenn Preußenseither ein Staat gewesen wäre, in welchem die öffentlicheMeinung geachtet und getreu nach dem bestehenden Rechte