— 308 —
Rosinen auf dem unerreichbaren Boden unserer Tasche seikein Hund vom Ofen wegzulocken; und stände auch dieserEinwurf nicht entgegen, der Umfang eines Zeitungsartikelsund der Umfang der Preßfreiheit würden nicht erlauben,näher auf diese Dinge einzugehen. Dennoch sind sie kaumentbehrlich für die richtige Würdigung der guten oder bösenPrinzipien, die in Jeglichem von uns arbeiten und ihn jenach dieser Seite treiben oder nach jener. Wie sie hier imgröbsten Umriß stehen, haben sie einzig den Zweck, gegenden Vorwurf der Abtrünnigkeit, des Wankelmuths, der Zu-gänglichkeit für grobes Blendwerk feierlichen Protest nieder-zulegen. Der Zukunft liegt es ob, uns zu rechtfertigen, derZukunft, die wir nicht sehen werden, und die von uns nochviel weniger wissen wird, als von den Tausenden, die na-menlos modern unter den Grabhügeln von Sadowa. Aberfernab, wie wir stehen von diesen letzten Zielen, ist dennochin allen Fragen der Gegenwart die Scheidelinie angedeutet,welche im Laufe der Entwicklung zu einer tiefen Spaltungauszuwachsen bestimmt ist. Ein Freund und Gegner hates bei einem früheren Anlaß ganz richtig herausgefühlt,wenn er sagte, daß die Grundverschiedenheit zwischen dendeutschen Föderalisten und den Eiferern des Einheitsstaatseng verwandt sei mit dem geschichtlichen Zwiespalt zwischender Gironde und der Bergpartei. Das letzte Wort dieserMeinungsverschiedenheit geht eben darauf hinaus, festzu-stellen, ob der Staat ein notwendiges Übel sei oder eineorganische Lebensform? ob, so wie zuweilen von geplagtenHausfrauen zu hören ist, es ein Elend sei, daß man Mägdehalten müsse, weil das Vorurteil nicht erlaube, selbst dieBöden zu scheuern und Stiefel zu wichsen, und so auch der Ge-danke ein Recht habe, es sei ein Jammer, daß man eineVerfassung, ein Gesetz, eine Tribüne und eine Wahl-versammlung nicht entbehren könne, und in einer bessernWelt müsse ein jeglicher Mensch sein eigener Staat sein?